Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1003008
Zelte. 
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durch aufgelegte Borten verband  Thore führten in den Rincz). ln 
dem Hofraume pflanzte der Ritter sein Banner auf, liess er seine 
Reservespeere in die Erde st0ssen3). 
Die Pavillons der Fürsten waren, wie schon die oben aus den 
Geschichtsschreibern beigebrachten Beispiele beweisen, öfters mit 
kostbaren Stickereien und sonstigem figürlichen Schmucke ausgestattet. 
Das Wenigste war, dass sie aus verschiedenfarbigem Stoffe zusammen- 
gesetzt wurden. Hartmann von Ouwe beschreibt (Erec 8901 ff.) ein 
Poulun, das aus weissem und schwarzem Samit gefertigt ist; Weiber 
und Männer sowie Thiere sind aus Gold darauf gestickt; anstatt des 
Knopfes ist oben ein Adler angebracht. Aehnlioh ist das Zelt, 
welches die Meerfee in einem Schreine dem Lanzelet (Lanz. 4760-4911) 
zusendet. Oben ist der Hut von Spiegelglas; als Bekrönung dient 
ein goldner Aar. Ein Theil der Winde ist grüner Samit, der andere 
brauner Triblat, in den rothe Vögel und andere Thiere eingewebt 
sind; golden ist die Naht (etere), welche die Theile verbindet. Die 
dritte Seite ist aus rothem Barragane; die vierte webten "wilder wibe 
hende" aus weissen Fischhaaren. Die Thün ist durch ein goldnes 
Gitter verschlossen, auf welchem lnschriften angebracht sind: „Quid 
non audet amor: War getar diu minne niht bestän?" "Minne ist ein 
wernder unsin." "Minne hat maze vertriben, Sine mugent samen 
niht bestan." Die Zeltstange ist zwei Spannen dick, zwei Speerschäfte 
hoch; die Pflöcke (stecken) sind von Golde, die Windseile von feiner 
Bortseide; über die Nähte sind Listen, Borten, gelegt (vgl. auch Meler. 
103831). Ein Zelt aus blauer und rother Seide geschacht zusammen- 
1) Virginai 126, 1: Dar umbe ein höhiu zarge gie, Daz man von siden bezzer 
Die Gesach, von vehen bilden: Swaz get, swimmet oder swebet, Daz stuont von 
golde alsam ez lebet, Von zamen und ouch von wilden. Daz was geworht in 
Thamiät (Daniiette), Gebildet nach gemiure. Üf zipressinen siulen stat Diu riche 
koste tiure Von richem lignum manna.  Demantin 1'161: Man slüg üf a1 zuhant 
Der koningin von Engelant Ein sö riche paulün. Dar was von Baldach ein zün 
Gesniten umme, daz ist war. Dar waren von bortsiclen cläu- Die snüre die daz 
trügen. Man vant an a1 den fügen Manchen türen horten. 
2) Frauend. p. 481, 9: Zwei tor da giengen in den rinc. 
3) Frauend. p. 480, 25: Die (4) banir warn gestözen sö, Daz ich sin was ze 
Sehen vrö. Dar umbe gezogen was aldä. Ein snuor vil schöne, gel mit blä. Ge- 
vlochten deswär meisterlich. Von siden was si koste rieh; Den Witßn rinC Si 
gar umbvie. Dar nach gestözen dort unt hie (p. 481, 1) Waren schön nach miner 
ger Gestözen reht zwei hundert sper, An islieh sper ein väinelin, GGVELI" reht nach 
dem Schilde min. 
4) Apoll. 3839: Rich was sin gereite Geworht von purpur und samit Cambi- 
color und capit, Zallen sinen orten Von golde geslagen porten Mit edelem ge- 
steine Peide gröz unde kleine.
        

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