Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002996
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Zelte. 
wurde. Anden First, durch die Zeltschnüre gehaltenl), schloss sich 
das Dach des Zeltes an, der huotz), in Form eines abgewalmten 
Satteldaches bei einem oblongen, eines Zeltdaches bei quadratischem 
Grundrisse. Vom Dache bis zum Fussboden reichten die Seitenwände 
des Zeltes, steiler abfallend. Die Seitenwand heisst diu winde (afr. 
geron oder gir0n)3); die Seile, mit denen sie befestigt wird, werden 
Wintseile genannt4) und zwar werden dieselben am Boden durch 
eingeschlagene Pllöcke 5) angespannt gehalten. Schneidet man das 
Hauptseil durch, so stürzt das ganze Zelt zusammen 6).  
Um das Zelt war mit Seilen ein Hof (rinc)7) eingehegt; zuweilen 
wurde derselbe auch noch besser gegen die Neugier abgeschlossen, 
indem man Tücher ringsum an Pfosten aufspannte und dieselben 
zugen vier wintseil, Reht alser lebendes dä flüge Untz poulün gein den lüften 
züge. Dä bi erkandez Orilus: Wan siniu wäpen wären sus.  Apollonius 3846: 
Ouf dem gezelte stuont ein knouf, Dä was ein albentin ouf, Die fuorte an dem 
Schilde Eikas der wilde.  UvdT. Wilh. d. H. p. 129: Uf dem hute sach man 
sten Eynen grozen knof van golde gar, Dar uf eyn spiegel, dar ober eyn ar.  
Gaydon p. 312: Le tref tendirent sans nulle arrestison Qui tant est riche plus bel 
ne vit nus hom. De soie furent tuit li maistre giron Et mainte estoire treu- 
ver i poist on. Sor le pomel o1: assis  j  dragon.  Chron. des ducs de Norm. 
15950: Uaigle en ert clers reluisanz Qui plus valeit de cent besanz. 
1) Willeh. 16, 4: Under manegem samites daeh, Under manegenl phelle lieht 
gemäl, Innerhalp von zindäl Wärn ir hütte und ir gezelt Ze Alitschanz üf daz 
velt Geslagen mit seilen sidin; 436, 12: Manc sidin zeltsnuor Wart üf der slä 
enzwei getrett.  Apoll. 3835: Die snüere dä, man ez mit zöch Die Wären sidin 
von Pahnät.  Alix. p. 329, 22: Les cordes sunt de soie, 1i paison de coral. 
2) UvdT. Wilh. d. H. p. 129: Eyn hut uf deme gecelde swebete Van richen 
phellele; damuf eyn ar Van roden golde.  Lanz. 4805: Ditz was der pavelüne 
huot 
3) Lanz. 4808.  UvdT. Wilh. d. H. p. 129: Vil richer lest ciret die winden, 
Daran so mochte man vinden Vil tier an den samit geweben Van golde als iz 
solde leben. Der ougen Waren perlen wiz.  Chans. d'Anti0che V, 24: Et li geron 
entour d'un loaile de quartier. Vgl. S. 215, Anm. 6. 
4) UvdT. Wilh. d. H. p. 129: An den wintselen lach ouch fliz; Di waren von 
bortsiden.  Cf. Parz. 278, 16.  Lanz. 4874. 
5) Stecken (Lenz. 4872), afr. paisson (Ohans. cPAntioche V, 24: Tout li pais- 
sons estoient et dnrgent et d'or mier). Vgl. Anm. 1. 
6) Ren. de Mont. p. 293: Et vit 1a maistre eorde qui descendoit de] tre Qui 
tint 1a maistre tante ü Pescharboucles ert. Sh 1a corde colpee, en l'air le fait 
voler; Ifaigle d'or an {Wale (1111 vihloit 'iij- cites, Et 1a tante chzm" Karlon de sor 
le näs. 
7) Parz. 756, 11: W01 beherberget was daz velt. Si kärten für daz höch- 
gezelt An Gäwänes ringe; 760, 27: Der rinc begreif sö wit ein velt, Dä waern 
gestanden sehs gezelt Äne gedrenge der snüere; 763, 8; 775, 21; 777, 9.
        

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