Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002805
Canoccio. 
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während Ethelredus nur von dem königlichen F eldzeichen spicht, 
welches gewöhnlich Standart genannt wird 1). Twysden, der Heraus- 
geber, giebt dann (Hist. Angl. Script. I, 339) eine Abbildung dieser 
Standarte, die er vermuthlich einer Miniatur der von ihm benutzten 
Handschrift entlehnt. Ich theile dieselbe hier (Fig. 87. 88) mit. Wir 
sehen also einen hohen Mastbaum, der die Fahnentücher trägt und 
,  "jrqnj"  
Fig. S7. Fnhneuwageu. 
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Fig. 88. Fahueuwagen. 
der auf einem vierrädrigen Wagen befestigt ist. In den deutschen 
Gedichten wird das Wort stanthart selten erwähntz); die Dichter ziehen 
ES vor, den Fahnenwagen Karrotsche oder ähnlich zu nennena). Dass 
man jedoch recht wohl das Land kannte, in dem diese Art von Feld- 
zeichen zuerst aufgekommen wer, ergiebt sich aus dem Gedichte 
sMoriz von Craon". Es wird dort das merkwürdige Schilf beschrieben, 
Welches der Held sich erbauen lässt, und da. heisst es v. 738: "Als ein 
lßmpartischer van Schein sin segel in daz lant, Dö man in an den 
mast bant." 
1) Ethelredus abbas Rievalensis, de bello    apud Standardum (Twysden 
ß- a1. O. 337): Regium signum quod vulgo Standard dicitur. 
2) Willeh. 368, 6: D6 kom Synagün mit Schar, Der punjür und der stanthart.  
Vgl. Mhd. Wtb. 112, 592.  Cf. Ann. Wormat. 1259: Cum curru, qui dicitur stanthart. 
3) Athis C 93: Die der karroschin phlägin,  Titur. 3099: Die karratsch 
alle viere gelich dem eher porsten.  Lohengr. 4981: Dem sturmvanen was vor 
bereit Ein karrutsch.  Wilh. v. Wenden 3620: Karratschen.  Phil. Mousques 
29560: Leur karougne et leur estandart.
        

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