Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002757
192 
der Heere. 
Zahl 
an. Vor Mailand hatte ja 1158 Friedrich schon 100,000 Mann (Ottonis 
Frising. [resp. Ragewini] Geste. Frid. III, 32). Konrad III. führte 
in seinem Kreuzheere, wie Matthaeus Paris zum Jahre 1146 erzählt, 
70,000 Ritter (umgerechnet die Fusstruppen und die leichte Reiterei) 
bei sich. Die Zahl der Fusssoldaten ist aber in der Regel sehr viel 
beträchtlicher als die der Ritter 1). Bei dem Kriege, den Heinrich III. 
1242 gegen Frankreich führte, hatte er 1600 Ritter, 20,000 Mann In- 
fanterie und 700 Armbrustschützen (Matth. Paris). Gislebertus macht uns 
im Chronicon Hanoniense mehrere wichtige Mittheilungen über die 
Stärke der Heere im zwölftenJahrhundert. 11.71 hat der Graf von Hennegau 
ein Heer von 300 Rittern und ebensoviel Reitern (totidem servientibus 
equitibus), 1172 von 340 Rittern, ebensoviel gepanzerten Reitern und 
1500 erlesenen Fusssoldaten. Bei grossen Aufgeboten stellt er 1178 
700 Ritter und 60,000 Bewaffnete, 1181 400 Ritter und 60,000 Mann 
Cavallerie und Infanterie; 1186 werden auf 30,000 (resp. 10,000) Mann 
Cavallerie und Infanterie 300 (resp. 200) Ritter gerechnet. 1184 führt 
der Graf von Flandern gegen den Grafen von Hennegau 500 Ritter, 
1000 gepanzerte Reiter und 40 (wohl zu ergänzen: tausend) Fuss- 
Soldaten; der Erzbischof von Köln kommt ihm mit 1300 Rittern und 
vieler Reiterei zu Hülfe und der Herzog von Löwen führt ihm noch 
400 Ritter und 60,000 Bewaffnete zu. Der Graf von Hennegau hat 
300 Ritter und 3000 Mann Cavallerie und Infanterie geworben (milites 
stipendiarios, stip. equites et pedites). Kaiser Otto IV. commandirte 
in der Schlacht von Bouvines 1214 ein Heer von 1500 Rittern und 
150,000 Mann Infanterie, umgerechnet den Tross. Hätte er noch einige 
Tage gewartet, so stiessen zu ihm ausserdem 500 Ritter und unzählige 
Fusstruppen (Guil. de Nangiaco, Chrom). 
Gewöhnlich zählte man aber nur die Ritter, wenn dieselben auch, 
wie eben gezeigt, in den gewöhnlichen Heeren stark in der Mi-nder- 
zahl waren. Soweit es anging, blieben die Angehörigen eines Landes, 
die Gefolgschaft des Lehnsträgers u. s. w. auch in den strategischen 
Körpern ungetrennt Zusammen. Im Demantin wird (9803-9860) 2) die 
Formation eines Kriegsheeres geschildert. Da werden fünf Fürsten 
zur Heeresfolge aufgeboten, jeder derselben ruft fünfzig seiner Herren 
1) Lanz. 1417: Er erhiu sich von dem fuozher. Die ritter satzten sich ze 
wer.  Gute Frau 1053: Si sante im in einer schar Vünf hundert biderber ritter 
gar Und tüsent serjande.  Meler. 11721: Sehs tüsent ritter werd erkant, 
Schützen unde sariant Vierzehn tüsent volleclieh. 
2) 9803: Si soln fünfzig herren bi sich hän, Di solt ir, vrouwe, süchen län. 
S6 manig harre sö däm si, Om sin zwänzig ritter bi.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.