Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002746
Abzeichen. 
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beantwortende Frage. Von den Flamändern wissen wir, dass sie durch 
weisse Feldbinden in der Schlacht sich einander kenntlich machten 1), 
und es wäre wohl möglich, dass die von den französischen Dichtern 
so häufig erwähnten Cognoissances 2), Entreseiguies 3), mit denen die 
Ritter ihre Lanzen und Rosse schmückten, solche Abzeichen vorstellten, 
welche die Freunde in den Stand setzten sich zu erkennen, bunte Wimpel 
und Schleifen, deren Farbe vorher verabredet worden war. 
Wie es nun um die Heeresformation bestellt war, das ist wieder 
recht unklar. Es scheint, dass man die Krieger in Schaaren von je 
Tausend theilte und dass eine solche Abtheilung den Namen Legio 
führte. 
Die Heere sind oft von sehr ansehnlicher Stärke. So soll nach 
den Annales Mediolanenses (Gesta Federici Imp.) Kaiser Friedrich l. 
bei Seinem Kreuzzüge 90000 Mann gehabt haben. Waren dieselben 
alle Ritter, dann scheint das Heer allerdings sehr bedeutend, da wir 
mindestens die zehnfache Zahl von Fusssoldaten hinzurechnen müssen; 
zählt der Autor aber alle Bewaffneten gleichmassig, so ist dies Kreuz- 
heer gar nicht so sehr stark. Das ltinerarium Regis Ricardi (lib. l, 
c. XXII) giebt die Zahl von 3000 Rittern und 80,000 anderen Soldaten 
1) Guiart I1, 11709: Li malveuillant sentreconnoissent Par le saing des escher- 
pes blanches. 
2) Rom. de Troie 6825: De porpre aveient eonnoissances Et granz enseigner 
en lor lances; 11912: D'une paille vermeil aufricant Ot gohfanon et conois- 
sance.  Alix. p. 131, 4: Et {iert 1e duc Betis sor 1a reconnissance; p. 156, 
11: Cieres reconnissances et pignonciaus.  Durmars 12070: Dedans 1a. sale 
en sunt entre Cil qui portent conissances.  A101 10695: Quant Aiols li 
cortois a, ueus 1es pongons, Les gentis connissances des nices poigneors, Et 
conoist Poriflame de 1a tere Franeor.  Chron. des ducs de Norm. 33308: 
Dreites lor lanees. Por aveir certes conoissances I orent guinples atachees Qual 
vent furent despleiäes.  Gilles de Chin 204: En sa. main destre prist sa. lance 
0111 il ot une connissance. D'un vert samis que li dona Se sirez, quant il Padouba. 
 Rom. de Troie 9483: De dras de soie et d'or freis Li buen cheval arago- 
neis Sont tuit couvert de cognoissances; 10989: Covrent chevax de conoissances, 
Lacent enseignes en lor lances; cf. 13861. 
3) Rom. de Troie 18460: En grosses lances de sapin Sont les enseignes ate- 
chiees, Dbrfreis, de paile entreseigniees; 20413: Achilles fait 1e suen eonrei: Armer 
les fait dedevant sei, Gent les ordonne et appareille. D'une pOTPYG chiäre 
vermeille Les a toz fet entreseignier.  Chron. des ducs de Norm. 
21393: Que il toz e sun milsoudor Esteient covert dfentresaignes.  Ren. de 
Mont. p. 113, 27: Et tint sor ses jenos une ensegne sertee, Geniäiüment P811111- 
mine, car ele estoit lettree.  Flamenca. S13: Ens Archimbauz es tost vengutz, 
Non fo meinz lanza ni escutz Neis antreseinz que portar deia Ozwallier que por 
jOC torneia.
        

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