Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002696
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Buchete. 
Artillerie. 
endlich dient zum Schneiden, kann aber, Wennes spitz zugeschliifen 
ist, allenfalls auch zum Stechen verwendet werden 1). Die Buchete 2) 
dürfte vielleicht ein wuchtiges Hiebmesser sein, nach Art der Spanischen 
Machete, ursprünglich zum Abhauen von jungem Gehölz (buche) 
bestimmt. 
Die Waffen gehörten entweder den Kriegern selbst oder wurden 
ihnen von dem Fürsten geliefert. In einem Falle, den ich schon früher 
erwähnte (I, S. 278), wird einem Juden von Narbonne die Ausrüstung der 
Truppen übertragen, gewöhnlich aber hatten dieFürsten selbst ihre Rüst- 
kammern. Der Name Arsenal (ital. darsena, von dem arab. dar essana) 
kommt erst im vierzehnten Jahrhundert vor, im dreizehnten Jahr- 
hundert heisst diese Rüstkammer-ilrtillerie 3), der Vorsteher derselben 
Artilliers 4) oder Maitre Artilliers; ja selbst die Waffenwagen 5), die in 
den Schlachten zur Hand waren, damit die verschossene Munition (Pfeile, 
Bolzen, Blei etc.), die zerbrochenen Lanzen, Schwerter und Schilde 
schnell ersetzt werden konnten, hiessen Artillerie. Littre leitet das 
Wort von ars, artillum ab, und wohl mit Recht. Das sonst nicht 
vorkommende Artillum würde also eine Waife bedeuten, wie Ingenium 
(engin) eine Kriegsmaschine bezeichnet. 
Was die Rüstung der gemeinen Soldaten anbelangt, so sind wir 
über dieselbe recht schlecht unterrichtet. So beredt die Dichter den 
Anzug der Ritter, ihre Waffen u. s. w. schildern, so wortkarg sind 
sie, sobald es sich um die Ausrüstung der nicht ritterlichen Krieger 
handelt. War es daher schon schwierig, über die Bewaffnung derselben 
Einiges zu ermitteln, so sind wir, wenn wir ihre Rüstung kennen 
lernen wollen, auf einige wenige Notizen angewiesen.  
1) Guiart II, 2621: Aus fauchons, aus coutiaus ä. pointes. 
2) Guiart I, 2100: Tant i a lances et espees, Coutiaus, buchetes esmoulues. 
3) (Der Sultan erzieht sich aus fremden Sklavenkindem eine Leibgarde, Halca) 
Joinv. 281: La chose estoit si ordenee que les enfans jusques a tant que 1a barbe 
lour venoit, li soudans les nourrissoil: en sa maison; en tel maniere que selonc ce 
que il estoient, li soudans lour faisoit faire ars a lour point; et si tost comn1e il 
enforeoient, il getoienb lour foibles ars en Partillerie au soudanc, et li maistre 
artilliers lour bailloit ars si fors comme ils les pooient teser.  Godefr. de 
Bouillon 26545; Bien furerlt pourveu et tres-bien crestele Et de Partillerie avoient 
ä, plentä. 
4) Joinv. 446 ; Jehans li Ermins, qui estoit artilliers le ro y, ala lors ä. Damas 
pour acheter cornes et glu pour faire arbalestes. 
5) Guiart II, 11292: Pluseurs vont ä, Fartillerie Qui fu, sanz ce que trufle 
lise, Pres des tentes du roi assise. Artillerie est le charroi Qui par conte 
011 par roi Ou par alicun seigneur de terre Est eharehie de quarriaus en guerre, 
Uarbalestes, de dars, de lances Et de targes (Punes semblances.
        

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