Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002634
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Godendac. 
Helmbarte. 
Haken. 
sichelartige Schneide mit Widerhaken besetzt an langer Stange zeigt. 
Ich glaube aber doch, dass eine Art langschäftiger Axt die Grundform 
dieser Walffengattung abgegeben hat. Dass sie eine Spitze hatte, wird 
uns ausdrücklich gesagt 1). 1m Nothfalle konnte sie auch als Wurf- 
speer benutzt werden 2). 
Ob der Godendacil), die Waffe der Flamänder, mit der Guisarme 
Aehnlichkeit hatte, geht aus der Beschreibung nicht recht hervor. 
Er war mit einer scharfen Eisenspitze versehen, die sowohl zum Stechen 
wie zum Hauen gebraucht wurde 4). Viollet-le-Duc hält ihn für eine 
Art Hellebarde (Dict. du Mob. V, 475 ff); aber das ist doch keines- 
wegs erwiesen. 
Die Guisarme sowie den Godendac scheinen die Deutschen nicht 
gebraucht zu haben. Sie kennen dagegen schon früh die Helmbarteä), 
die Waife, welche später Hellebarde genannt wurde. Barte ist ein 
Beil 6), Helmbarte also ein Beil mit langem Stiel, bestimmt, wuchtig 
geschwungen, die Helme zu spalten (Fig. 79). Oft waren sie auch 
noch mit Haken versehen, um die Reiter von den Rossen zu reissenl). 
Solche Haken brauchten die deutschen Soldaten in der Schlacht 
1) Alix. p. 289, 29: Gisarne u pic iiere. 
2) Guiart I, 3627: Gietent ä eus sans recreances De juisannes, d'espiez, de 
lances. 
3) Godefr. de Bouillon 3937: Glaves et godendas portoient ly Flamenc.  
Guiart VII, 6369. 6928. 7199. 8097. 8141. 8201. 10242. 11158. 11798. 
4) Guiairt II, 5428: Ä granz bastons pesanz ferrez Ä un lonc fer agu devant 
Vont ceuz de France recevant. Tiex bastons qu'il portent en guerre Ont nom 
godendac en 1a terre. Godendae c'est bon jour ä dire, Qui en franeois le 
veust descrire. Cil baston sont lonc et traitiz, Pour ferir ä. deuz mains faitiz. 
Et quant 1'en en faut au descendre, Se cil qui üert i veust entendre Et il sache 
bien ouvrer, Tantost puet son cop recouvrer Et ferir, sans s'a1er moquant, Du 
bont elevant en estoquant So ennemi parmi le ventre. Et ]i fers est aguz qui 
entre Legierement de plainne assiete Par touz les lieuz oü l'on en g-iete, Shr- 
meures ne le detiennent. Cü qui ces grans godendaz tiennent Q1131 ont ä deuz 
pOinZ empoingniez, Sont un poi des rens esloigniez. 
5) Cröne 13146: Die helmbarten er truoc Über sin ahsel; cf. 13164.  Nith. 
CXVII, 17 (HMS. III, 277): Spiezß swert, helmbarten.  Troj. 30050: Die truogen 
hallenbarten, Ser unde wol gesliffen. Swaz si dä mite ergriffen, daz-was ze töde 
gar verlorn.  Lindenschnmit (Hdb. d. deutsch. Alterthumskunde I, 193) nimmt 
als die ursprüngliche Form Hiltbarte : Kampfbeil an. 
6) Willeh. 394, 13: Der zimmerman muoz warten Wie er mit der harten 
Näch der ackes müeze sniden.  Cröne 13108: Slach mir iezunt min houbet abe 
Mit dirre harten. 
7) Ludw. Kreuzf. 5665: Sie truogen engesbliche wer, Hellenbarten an stilen 
langen Besiegen, daz selbe ir Stangen Vorne shuif dennoch dar in En vir enden 
lange nagele sin Gespitz, alsam crapen, die Heiden tzur erden rizzen.
        

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