Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002609
WIIYfSPiBSSI-B und Wurfspeere. 
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der Gerstange, dem Holzschafte befestigt war 1). Der Atiger?) ist 
wahrscheinlich eine orientalische Abart des gewöhnlichen Gers. Die 
Vermuthung San Marte's (a. a. O. 151), der Atiger sei gleichbedeutend 
mit acinax, änwoiuwyg, Schwert,  
erscheint mir nicht annehm- 
bar. Wenn in der citirten Mäh , Y 
Stelle des Wigalois die atigere    N4 
der Soldaten den Speeren der ,  f 
Ritter gegenübergestellt wer- ,  Ä' X 
den, so bedeutet das meines  O 0 ä 
Erachtens nur, dass diese mit 0 o  
Stosslanzen, jene mit Wurf- l  ' 
spiessen bewaffnet waren.  
Schon die Zusammenstellung  
mit Gabilöt macht dies wahr- n, w  
scheinlich. Ich glaube, wir JRXÄ"; d: 
können mit dem Gel" des ßltfrßll- Figillithitlltsiilliitgit lildälaatljäbllldläelh: äätiiälälft d" 
zösische Glaive zusammen- 
stellen 3); er wird auch etwa dem römischen Pilum entsprochen haben, 
wäluend Jaculum4) (mhd. gabilöt, afr. javelotP) eine leichtere 
Art von Wurfspeer bedeutet. Letztere Waffen trug der Soldat in 
Köchern bei sich 6). Eine andere Art Wurfspeeres erwähnt Guiart 
(l, 1471: Lances brandir et archegaies), die Archegaie. Ob nicht 
1) Nib. Z. p. 32, 61 D6 sach man über helme vliegen managen ger Durch die 
liebten Schilde von der degene haut; p. 312, 6: D6 schuzzen si die gäre Init 
kreften von der hant Durch die vil vesten Schilde.  Lanz. 1504: Manegen ger 
man üf in sehöz.  Nib. Z. p. 12, 4: Ez fuorteil scharpfe gere di ritter üz erkorn. 
Sivrit der fuort ir einen W01 zweier spannen breit, Der ze sinen ecken harte vreis- 
liehen sneit; p. 70, 5: Er kert des gäres snide hindern rucke sin. Mit der ger- 
stznngen schöz si der küene man Alsö kreftecliche, daz si strüchen begann. 
2) Rolandsl. 2643: Vunfzehen tüsent guoter knehte    (2647) Thie fuoüien 
alle atigere Mahmet ze ären.  Wigal. p. 272, 10: Gabilöt und atigere Truogen 
die saxjande. 
3) Chron. des ducs de Norm. 5653: Dunc lur lancent espiez aguz E dal's e 
glaives esmoluz. 
4) GQSÜ-LTIdOV-VTII- FraIlC-Reg.(DuCheSneVßOO): Pilis etjaculis oneratur dextra. 
5) Percev. 1210: Et de gaverlot bien lancier; 1263: Ses -iij. gaverlos en sa. 
main.  Aye d'Avign0n p. 104: Laneent guivres e darz, espiez et javelos.  
Guill. d'Orenge V, 6055: Chascuns portoib sa lance 011 javelot.  Cleomades 530: 
Et maint gzwelot pour lancier.  Chon. des ducs de Norm. 5665: Fait traire ä, 
eus e fundeier E tranchanz gaveloz lancier.  Eine ritterliche Waffe war das 
Gabilöt nicht (vgl. Parz. 157, 17-20). 
6) Parz. 139, 9; Dö greif der knappe maere Zuo sime kochsere: Vil scharphiu 
gabylöt er vant. 
Schultz, höf. Leben. II. 12
        

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