Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002598
176 
Stabschlinge. 
wird, und zwei an derselben befestigten Schnüren (Fig. 74). Diese 
Stricke fasste man mit der Rechten, setzte die Schleuder in Schwung 
und liess dann einen Strick plötzlich los, so dass der Stein heraus- 
iliegen konnte (Fig. 75). 
4 Eine Abart der Schleuder 
 ist die Stabeslingei); 
65K) . der Schleuderapparat ist 
 da mit einem Stocke ver- 
YW  bunden und kann dadurch 
xdüj kräftiger geschwungen 
l!  werden (Fig. 76). Ge- 
X X  wöhnlich warf man mit 
Kieselsteinen, am liebsten 
mit abgerundeten Roll- 
 steinen aus Flüssen und 
Bächenz); doch hatte man 
auch damals zuweilen noch 
Fig. v5. scmeugä; 5331:: äcggtoäücqgaudius Iv. B; bei Bleigggghossß (glandes), 
nach Art der römischen 
Schleuderbleie; vor der Schlacht gossen sich die Soldaten ihre Muni- 
tion selbst 3). 
Die mit der blossen Hand geworfenen Geschosse reichten nicht auf 
eine weite Entfernung. Da haben wir eine Menge von Wurfspiessen. 
Zunächst den Ger, der eine breite scharfe Spitze hatte, welche an 
Der Frise snel wite er spranc, Managen herten stein er swanc Uz der slingen den 
vinden.  Lanc. III, 19964: Doe dit geduert hadde lanc Ende hen quarele ge- 
borsten Ende si nemmer mit aremborsten En conden gescieten, wetet dat, Doe 
namen si gode slingen her stat Ende worpen mit stenen udeward.  Chans. 
d'Anti0che VI, 35: Et jeter aus fonduües ces grans caillaus massis.  Jord. Fan- 
tosme 1191: E par ses eslilmgurs, pam ses arbelastiers.  Godefr. de Bouillon 
9048: Et payen leur giettoient fondifles et quariaus; 26594: Et ly roys des Taf- 
furs va se gent amenant, Qui de fondiäües vont les payens destraignant.  
Guiart I, 2360: Et de fondes dont il fondoient.  Guil. Brite, Philipp. VII (Du- 
chesne V, 180): Ast alii sparsim loca. convenientia, quaerunt Quisque sibi, quo 
funda brevi stridore lapillos Et balista queat iaculari arcusque sagittas. 
1) Parz. 568, 21: Fünf hundert stabeslingen Mit listeclichen dingell Zßm 
swanke wärn bereite. 
2) Parz. 568, 28: Ez wären wazzersteine Sinewel unde hart. 
3) Gesta. Ludovici VIII. Franc. Reg. (Duchesne V, 300): Hie pedites ihndas 
YePßrant, hie plumbea, massa Vertitur in glandes.  Ott. Frising. (Ragewini) 
Gesta. Frid. IV, 32: Pars eminus glande auf, lapidibus seu jaculis pugnare.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.