Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002551
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Pfeile. 
Köcher. 
A1mbrust. 
Bogen 1). Die Pfeile hatten eine Stahlspitze 2), die zuweilen noch mit 
Widerhaken versehen 3) oder in Gift getaucht 4), und mit einer Tülle an 
den Schaft (zein) befestigt War 5); am entgegengesetzten Ende des 
Schaftes Wurden sie, um die Flugbahn einigermassen zu regulieren, 
beiiedertö). Die Pfeile wurden in einem Köcher aufbewahrt 7). Beim 
Abschiessen des Bogens entsteht ein Geräusch wie das Klappern der 
Störche S). In einer Schlacht fielen die Pfeile so dicht wie ein Schnee- 
gestöber hernieder 9). 
Sicherer als mit dem Bogen schoss man mit der Armbrustw) 
(Fig. 72), deren Aufspannen aber längere Zeit erforderte"). So konnte 
man mit dem Bogen in gleicher Zeit mehr Pfeile abschiessen, dafür 
trafen aber die Armbrnstschützen um so eher ihr Ziel. Wann die 
Armbrust in Europa eingeführt wurde, das ist sehr schwer zu ent- 
scheiden. Nach einer von San Marte (a. a. O. 182) mitgetheilten Stelle 
1) Chans. d'Anti0che II, 36: As ars Iiurcois Ies bersent; IV, 43.  Ren. de Mont. 
p. 229: Archier ä. ars tureois.  Rom. de Troie 6740: Et javelox pour droit Iancier, 
Forz ars turcois; cf. 7939. -Ai0l 7880: Car cil defors les traient as ars de cor tur- 
eois.  Godefr. de Bouillon 19369: Et laortent arc turquois et maces, escut bouelier. 
2) Eneit p. 314, 15: philisen.  Rom. de Troie 13887: Li turcais sont plains 
et garni De saietes dfacier bruni, Reides, brenchanz et acerees. 
3) Chev. au lyon 2816: -J- gareon qui tenoit -j- arc Et -v- saietes barbelees. 
 Ghron. des ducs de Norm. 21664: Traient saettes barbelees.  Guiart II, 4000: 
Dars et sajetes barbelees.  Aiol 6045: Le dars 21 barbel. 
4) Wille-h. 324, 5: Ja sint der Sarrazine geschöz Geluppet Sam diu natern 
biz.  Eneit p. 313, 22: Ein Schutze im dorch den arm schöz Mit eime geluptenr 
phile.  Troj. 30188: GGIÜPPCS und vergifte vol Sint alle ir scharpfen gere.  
Geste Ludoviei VIII. Franc. Reg. (Duehesne V, 300): Pilis et iaculis oneratur 
(Iextra, sagittis Implentur pharetrae tinctis in habe venenis. 
5) Nib.Z.p.145, 1: Im was sin edel kocher vil guoter strale vol Mit güldinen tüllen. 
6) Eneit p. 287; 2: Si erwarb eine sträle, (5) Daz gevidere si abe baut, den 
brief si umb den zein want. (9) Unde bant dö die veder Sö gefüchliche weder; 
cf. p. 289, 26 ff.  Chans. d'Ant. IV, 43: Aus ars Turcois le bersent a quariaus em- 
penes.  Ren. de Mont. p. 102, 28: Son ceval li ocist d'une guivee empenee. 
7) Herz. Ernst 3020: Einen kocher härlich Von wizem helfenbeine. Mit edelem 
gesteine, A1 umbe an den orten Gevazt mit gnoten borten, Mit pfeller under- 
zogen. Ieelieher truoc ein bogen, W01 geworht hürnin. Diu senewe was sidin. 
 Wigam. 413: Ainen pogen nam er in die hant Und ainen köcher mit geschücz. 
 Prise de Pampelune 3284: A suen senestre Hans li fu un are atacies E de saje- 
tes plain un carcois d'arme Ies. 
S) Willeh. 375, 10: Da begunden snateren die bogn S0 die storche im neste. 
9) Troj. 25870: Die stralen und die pfile Die fingen dö snedicke. 
10) Das Wort Armbrust ist durch Volksetymologie entstanden aus mlat. arcu- 
balista (Bogen-Wurfmaschine). 
11) Prise de Pgmpelune 3156: Un roi de Barberie cun un aspre scemblanee, 
Timides fu nome e avoit costumanee De trier plus droit sajete hors d'un arc 
pour certanze Che arbalistier quarel.
        

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