Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002532
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Sariant. 
Patelierre. 
Parribiere. 
Schützen. 
werden zumal als Tirailleure verwendet 1). Bei den Templern wie bei 
den Johannitern heisst der Anführer der Reiterei Turcopolier. 
Alle diese nicht ritterbürtigen Soldaten werden als Servientes 
(mhd. sariande 2), afr. se1janz)3) bezeichnet; ob sie dienstpflichtig oder 
nur angeworben waren, das ist, glaube ich, gleichgültig gewesen. 
Sariant ist der gemeine Soldat, und zwar, wie es scheint, ist er ge- 
wöhnlich mit der Lanze bewalfnet 4). Dass er_zu Fuss kämpfte, wird 
uns ausdrücklich-gesagt 5) und doch wird er wiederum von den Fuss- 
truppen unterschieden G). Wahrscheinlich verstand man unter Gent 
a pie (pietons, pietaille, mhd. fuozgengel) 7) die ganz leichte Infanterie. 
Die Patelierres) scheinen auch eine eigene Truppengattung ge- 
wesen zu sein, wenn Wolfram nicht hier wieder aus dem altfranzösischen 
batailliere ein neues Wort gebildet hat. Auch mit den im Titurel 
erwähnten Parribieren 9) ist nichts Rechtes anzufangen; wer weiss, 0b 
diese Lesart überhaupt richtig ist? 
Unter den Fusstruppen werden uns besonders häuiig die Schützen 
genannt, doch kannte man auch reitende Schützenw). 
1) Willeh. 18, 15: An der selben zite Des hebens anme strite Sine turkopel 
laflagen, Die dä. gestreut lagen. Swie si heten in gezogen Mit künste mane- 
gen starken bogen, Ir läzen unde ir ziehen, Ir wenken unde ir fliehen Wart in gar 
vergolten, Sit muosen unde solten Die getouften were bieten. Die heiden sich 
berieten: Ir herzeichen Wart benant, Si schriten alle Tervigant. 
2) Mhd. Wtb. IP, 57. 
3) Chron. des ducs de Norm. 11977: Ohevaliers, serjanz e archiers E de mult 
bons arbalestiers; 28124: Contes, bai-ons e chevaliers, Serjanz e geudes e archers. 
4) Parz. 183, 11: Vil küener sarjande, Der besten von dem lande, Mit langen 
starken lanzen, Scharpfen unde ganzen. 
5) Parz. 386, 12: Si heten sarjande ad piet. 
6) Chron. des ducs de Norm. 1955: Serganz, archers et gent a piet. 
7) Rom. de Troie 8172: Sanz genz a laie et sanz ringailles.  Guiart II, 6520: 
E1 premier front est 1a pietaille; 6934: Pluseurs pietons francois a 1a Qui pour 
prisonniers n'0nt pas cordes Mes coutiaus et nnsericordes, Dont on doit servir 
en tiex festes; 1894: Pietons et gens d'arn1es destachent.  Troj. 34610: Fuoz- 
gengel wart ein michel schar Üf si gedrücket alzehant, Dar üz ein sneller sar- 
jant Mit eiine seharphen spieze trat, Der tet sin ors Parise mat; 34626: Dä. wart 
der edel junge 1VIit fuozliuten bestanden Und erstvon sarjanden Ze grimmer nöt 
gewiset.  
8) Parz. 183, 7: Slingaere und patelierre, Der was ein langiu vierre, Und 
arger schützen [atgerschützen] harte vil.  Willeh. 223, 10: Slingmre und PßtBHGTYG, 
Sarjande und schützen.  Titur. 2568: Dar quainen slingler vil und patelilTß- 
9) Titur. 3630: Der schar vil sariande grozlichen mert wol ninive die riche. 
Die mit kueln, bogen, hatschen. lantzenfVil der parribiere, die maßhent Orsse 
decken wite schranzen. 
10) Matth. Paris 1139: Comes autem Gloverniae Robertus cum decem militibus 
et totidem sagittariis equestribus.  Ottokar vonSteier DCLXVI: Der chunig von 
Ungern seyn aydem Sneller schuczen auf mayden Sante im zway hundert.
        

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