Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002523
Söldnerheere. 
Turkopel. 
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auch von den deutschen Dichtern öfter genannt, doch hat im Deut- 
schen der Namen Ribalt immer noch den Nebensinn von Landstreicher, 
Taugenichts 1). Ich glaube, sie Waren eine Art von Landsknechten, 
die für Geld überallhin sich verkauften. Die Servi pauperes, qui dicuntur 
bubii, welche König Albrecht 1301 versprachen, Bingen zu stürmen, 
wenn die eroberte Stadt ihnen preisgegeben Würde (Chron. Colmar), 
zählen wahrscheinlich zu derselben Art von Truppen. Endlich möchte 
ich hier noch der Gelduni (afr. geldeP) gedenken, die mit Bogen, Beilen 
oder Piken (lance geldiere) ausgerüstet3), vielfach Verwendung fanden. 
Die Turk0pel4) (rovgxdnovla) 5) sind Mischlinge von türkischen 
Vätern und christlichen Müttern 6). Sie sind leicht bewaifnet 7) und 
1) Vgl. Mhd. Wtb. 111, 678.  Parz. 341, 26: Da fuor vil ribalde: Ir 1011- 
fen machte in müede Iide. Etslieher zaem baz an der wide, Denne er daz her 
dä märte Unt Werdez volc unerte. 
2) Ami. Hildesh. 1106: Genus hominum, qui vocantur gelduni, quos dux 
Heinricus eis in auxilium miserat, viri bellatores et strenui et nimis docti ad 
proelia.  Die von Hewitt (I, 151) citirte Bibelübersetzung überträgt die Stelle 
1 Reg. 4, 10 (occiderunt de Israel triginta millia mjlitum): 'kar il i chafirent 
trente mille de gelde".  Rom. de Troie 9596: Et sor nos geldons amenez; 9805: 
Les geldes menez saigement; 17275: Mes 1a gelde se fu rengiee Danbedeus parz 
de 1a chalciee, Qui traient engeignes agues Et granz saietes esmolues, Tanz 
et a tanz si granz plentez, Que 1i ciel en est tot troub1ez.- Prise de Pampelune 
1334: Aves ei bien mille eivalers e troi tant De geldons e (Tarziers: 1872: E dis 
mille geldons de mout grand vigorie De ceus as lanzes Ionzes laisa por grant 
nraistrie Sus 1a boze dou val.  Alix. p. 403, 32: Et quant orent mengie, si 
murent 1i fouriier. Li geudon furent bienjusquä -v- millier; Por 1a geude garder 
ivont -m- chevalier.  Chron. des ducs de Norm. 15886: Jeudes, communes 
e archiers E grant plenhez de chevaliers Out mult 0d sei 1i reis de France; 
21374: Le cri {ist par 1a terre aler Por les granz geudes assembler. De part tot 
issunt a pleues, Od faus, 0d ars e 0d maeues; 28124: Contes, barons e ehevaliers, 
Serjanz e geudes e archers. 
3) Rom. de Rou 4680: Ki porbent arc e ki hache ki graut lance geldiere. 
4) Vgl. die Stellen aus dem Parz. und Willeh. im Mhd. Wtb. III, 150.  
Albextus Aquensis, Hist. Hierosolym. 1ib. I, e. 23, 11b. II, 12. 13.  Martina 160: 
INIangen heidenschen turkoppel, Den viel da an den toppel Für ein SeS ein ESSE- 
 Stricker, Karl 9585: S6 nemt die zweinzecsten (Schar) ze haut, Die Turkopel 
31111; genant.  Tit. 3280: Ewer iitterschaft und ewer durchkoppel; 2569: 
Durkopel, sariande, ir wer was maniger slahte.  Gilles de Chin 3064: Et Ii tur- 
cople et 1i archier; vgl. 3465.  
5) Nach K. Weigel, Neugr. Wörterbuch heisst Tovpxdnovlov ein klßiner 
Türke, ein Türkenknabe. 
6) Raimundus de Aguilers, Hist. Franc. cap. 6: qui vel nutriti apud Turcos, 
ve1 de matte christiana patre Turco iarocreanbur,  Alb. Aquensis V, 3: Tur- 
copuli gens impia et dieta. christiana nomine, non opere, C1111 ex Turßo Pätre 
et Graeca matre procreati. 
7) Wilh. Tyrius XIX, 24: equites levis armaturae, quos Turcopulos vocant; 
X1111, 27: levis armaturae milites, quos Turcopulos appellant.
        

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