Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000876
Wichtigkeit der 
Waifenübungen. 
Diese Spiele waren vortrefflich geeignet, die Körperkraft zu stahlen, 
die Gewandtheit und Geschicklichkeit der Ritter weiter auszubilden 
oder Wenigstens zu erhalten. Aber allein im Kampfe Mann gegen 
Mann konnte sich die erworbene Tüchtigkeit so recht erproben; da 
galt es nicht allein, seines Rosses völlig Herr zu sein, seinen Gegner 
sicher zu treffen und ihn aus dem Sattel zu heben, dagegen den 
Lanzenstoss des lileindes zu pariren und fest im Sattel zu bleiben, 
sondern auch, wenn das Schicksal es wollte, dass der Kämpfer vom 
Pferde gestürzt wurde, sich schnell zu erheben und das Schwert zu 
ziehen, jetzt auf den Gegner einzudringen, ihn vom Pferde zu zwingen, 
im Schwertgefecht und wenn nöthig im Ringkanllaie ihn zu besiegen. 
Diese persönliche Tapferkeit, diese so nöth-ige Geistesgegenwart, Ge- 
schwindigkeit, schnell die rechten Mittel zum Angriff oder zur Abwehr 
zu finden, alle diese Eigenschaften konnten allein" dann erworben 
werden, wenn der Ritter Gelegenheit fand, sich mit einem ebenbürtigen 
Gegner im Kampfe zu messen. Mochten auch die Waffen stumpf sein, 
so dass schwere, gefährliche Verletzungen nur unter Unistiinrlen vor- 
kommen konnten, so bot eine solche Waffenübung doch Gelegenheit. 
den ernsten Kampf auf Leben und Tod genau kennen zu lernen, 
Ausdauer im Ertragen der oft lang währenden Gefechte zu üben und 
sich zu gewöhnen. in voller Kriegsrüstung, angethan mit dem schweren 
Harnisch, auf dem Hanpte den beengenrlen unbequemen Helm, sich 
frei und ungezwungen zu bewegen. Nur so konnte der Ritter sich 
zu den Waifenthaten, von (leren V ollbiiiigung sein Ruf abhing, wirk- 
lich vorbereiten. Wurde persönliche 'l'apferkeit von einem eden Ritter 
als etwas Selbstverständliclies verlangt, so war doch der Grad seiner 
Kampfestüchtigkeit von seiner Körperkraft einmal, dann von der steten 
Üebung seiner Geschicklichkeit abhängig. Und einen hervorragenden 
Platz unter den Kriegern seines Landes konnte sich nur dann ein 
Ritter erwerben, wenn er wirklicher Erfolge sich zu rühmen vermochte. 
Ein so tüchtiger Mann war dem Landesherrn schon immer werth; 
wollte aber ein Bitter zu den höchsten Ehrenstellen gelangen, so 
musste er nicht allein selbst als tapfer und muthig sich bewährt haben, 
sondern auch im Stande sein, Schaaren von Kriegern zu befehligen, 
sie siegreich in die Schlacht zu führen. Die Gelegenheit, sich (larin 
zu üben und zu vervollkommnen, boten die Turniere, die wir, wie ich 
gleich hier erwähnen will, nicht als blosse Vergnügungen prunk- 
liebender Fürsten und ruhmbegieriger Ritter anzusehen haben, sondern 
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son escu, le baston empoigna. 
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anoul amont sa 
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