Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002488
Freibeuterschaaren. 
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mit. Mehr erzählt uns der Verfasser des Romans Godefroid de Bouillon. 
Die Taiiiirs waren von den Sarazenen sehr gefürchtet, da sie einmal wäh- 
rend einer Hungersnoth die erlegten Heiden verspeist hatten. Sie sind 
mit Streitäxten, Messern, Keulen, Hellebarden bewaEnet, haben oft 
genug aber nur hölzerne Spiesse, deren Spitze im Feuer gehärtet ist 1). 
lhr König führt einen krummen Säbel 2). Wes Geistes die ganze 
Truppe ist, sehen wir daraus, dass sie, nachdem ihr König vor 
Damascus gefallen ist, einen wählen, der, aus Lille gebürtig, sich in 
den Wirthshäusern besonderen Ruhm erworben hatte 3). Von König 
Balduin erhält er eine Krone und eine silberne Keule, die Abzeichen 
seiner Würde 4). 
Während Ludwig Vll. auf dem Kreuzzuge abwesend war, bildeten 
sich grosse Räuberbanden, die bewaffnet das ganze Land unsicher 
machten. Das sind die Navarresen, Brabanter, Cotereaux oder 
Routiers, oder welche Namen sie sonst noch führen. H. Geraud 
hat in seiner Abhandlung „Les routiers au douzieme siecle" (Biblio- 
theque de l'Ec0le des Chartes, lre Serie, lll, 125 ff.) diese Zustände 
trefflich geschildert. Kaiser Friedrich l. suchte mit Ludwig Vll. Mass- 
regeln zu verabreden, wie man diese entsetzliche Bande loswerden 
konnte, der nichts heilig war, die sengend und brennend, raubend, 
plündernd und mordend Frankreich bedrückte und auch die 
deutschen Provinzen heimsuchte. Ohne Erfolg. Da nahmen die 
Fürsten diese undisciplinirten aber verwegenen Schaaren in ihren Sold. 
Schon 1167 sind Brabanzonen beim deutschen Heere in Italien 
(Acerbi Morenae Contin. Landensis); 1173 hat Heinrich H. von England 
20000 derselben in seinem Solde (Rogeri de Hoveden Chrom). Derselbe 
1) Ohans. d'Antioehe VIII, 21: Portent haces danoises et couteaus aceräs, 
Ghisarmes et magues et pels en son arsäs; VIII (Nachtrag V): Li gens le roi 
Tafur ne fu mie effärääe, I1 ne portent o els nä lance nö espäe Mais gisarme 
esmoulue et machue plomäe; Li rois porte une faus qui moult bien est tempräe. 
2) Chans. d'Antioche VIII, 21: Li rois porte une faus dont l" acier est 
tempräs. 
3) Godefr. de Bouillon 29597: Lä ot ung compaignon bien furnit, biel et 
grant Et hardy de son corps et jaräs-bien combatant; Car en mainte siervoise 
avoit tout son vivant Combatu maint ribaut ä. son escot buvant. De Lille fu 
eieux näs clont je vous vois parlant, Et fu iieux d'un bourgois bien rice et bien 
manant; Mais fols fu et lägiers et de sot convenant, Gar ains cfoire ne vot Cousin 
lfapiertenant. Par le pays ala. -xx- ans en ung tenant; Mieus amoit les koquins 
ou ung povre nlesquant Que trestous les plus rices ä lui aconseillant. En 1a cier 
voise ala. tout jour koquinant Avoec les compaignons et puiS S6 bllVoit hallt Q1131 
H8 pooit payer ne ünir tant ne quant, L'oste et -1'0stesse aloit de horions payarr; 
P 011 90m Pappielloit-on adont le Gmnt-Gourmant. 
4) Godefr. de Bouillon 22280 ff.
        

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