Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002257
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Zeit 
des 
Kampfes. 
Ritter werden für den Fall der Einmischung mit dem Verlust des 
Fusses oder der Hand bedroht; die Knechte riskiren ihren Kopf 1). 
Nachdem alle diese Vorbereitungen getroffen sind, wird der Platz ge- 
räumt 2), den Kämpfern ihre Stelle angewiesen, so dass Beide gleiche 
Sonne haben 3), dann das Zeichen zum Beginne gegeben, und die 
Schranken geschlossen 4). 
Aber nicht immer geht die Sache so regelmässig vor sich. Oft 
liess der eine der Kämpfer den anderen warten, und es wurde dann 
die Frage aufgeworfen, wie lange der Anwesende den anderen erwarten 
müsse. Die gewöhnliche Stunde des Beginnes war die Prime 5), d. h. 
sechs Uhr Morgens, und wir haben schon in der oben mitgetheilten 
Erzählung aus dem Reinfried gesehen, dass es für genügend galt, wenn 
einer bis zu Mittag gewartet hatte, und dass ihm dann der Sieg 
zugesprochen wurde. Nach dem Sachsenspiegel (Buch I, Art. 63, 
ä 3) kann auch der Kampf abgelehnt werden, wenn der Gegner erst 
nach Mittag erscheint (Kampes mach ok en man weigeren, of man ine 
grot na middage, is ne were er .begunt). Auch Gaydon (p. 39) lässt 
den Thibaut d'Aspremont bis Mittag seiner harren, kommt aber dann 
hülfe disen, Noch sie getörste scheiden.  Troj. 3869: Nü wart zehant geschicket 
daz, Dez iegelichilf frouwe saz Dä. stille in dem gestüele Und üf dem Witen brüele 
Die ritter machten einen ereiz, In dem ir zweiger puneiz Und ir rehten solte 
ergän. Ein Sicherheit diu was getän Mit bürgen und mit eiden, Ob einer von 
in beiden Ein bitterlichez ende küre, Dez nieman anders dä verlüre Dar umbe 
sinen lebetagen Und man ez lieze bi den tagen Beliben sunder allen zorn: Des 
heten bedenthallo gesworn Die besten üf ir eide.  Lohengr. 2094. 
1) Lohengr. 2097: Alsö wart der vride a1 umbe gekündet unde gesehriet 
Und verboten bi der haut Dem ritter, sö weer dä dem knecht daz houbet pfant. 
 Godefr. de Bouillon 19730: Devzmt 1a, heulte tour desur ung mur monta; Liu 
endroit {ist ung cry tel c'on ly devisa: Quüil n'y mit Szirrasin, quant ly ezunp so 
fera, Qui aproche le Camp, tant qu'il se finera, Ä -e- arpens de pries, et qui 
Faprocera, Qorbarans d'Oliüerne ung piet ly trencera. 
2) Cleomades 11280: Devant le roi s'en vinrent droit, En tel point pour offert 
se sont Gom il estoit coustume adont. Lors üst on les sereinens faire Et toute 
gent arriere traire. Quant feite furent le serement Li bzms fu cries enanment, 
Que il nus si hardis ne fiist, Qu'il parlast ne qu'il se ineüst De chose khvenir veist. 
Ne qui mein ne pie i meist Pour grever l'un, ne l'autre nidier. Ä ce mot se 
trairent arrier De touz lez et de toutes pars. Vuis et descombrez fu li pars, Fors 
de ceus qui sentremetoient Dou champ gamder; C11 j 335010115 
3) Gaydon p. 199: Li solaus est 1aartiz.  Huon de Bord. p. 50: Li solaus fu 
ä. droiture partis. 
4) Oleomades 9942: Et cil de defors renfeimerent Le pELTC, si läentrer n'i 
pouist Nus hom, de quel part qu'il venist. 
5) HTroj. 7927: Uf den tac nach prime zit Erhup sich du. so groz strit.
        

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