Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002248
Griezwzmxten. 
lä'eierliche Eide. 
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Hand jeden Uebergriff der Parteien zu verhindern hatte. Die Auf- 
rechthaltung der herkömmlichen Ordnung im Einzelnen hatten die 
Griezwarten zu überwachen 1). 
War nun alles vorbereitet, so wurde am Morgen früh die Messe 
gehört 2) und dann zog Jedermann hinaus auf den Schauplatz des 
Zweikampfes. Die beiden Gegner erschienen in voller Rüstung; es 
werden Reliquien herbeigebracht und beide beschwören die volle 
Richtigkeit ihrer Aussage 3). Vor dem Zweikampfe des Ferraus gegen 
Gui de Hautefeuille werden erst die Reliquien gebracht, darauf nehmen 
Beide die Helme ab und lockern die Ventailles, und dann spricht auf 
Karls Befehl Naymes dem Gui den Eid vor, den dieser mit zu den 
Reliquien erhobenen Händen-nachspricht, dass seine Beschuldigung 
begründet sei, so wahr ihm Gott und die Heiligen helfen. Ferraus 
betheuert seine Unschuld und küsst die Reliquien, segnet sich und 
steigt wieder zu Pferde. Beide lassen sich die Ventailles und die 
Helme wieder befestigen (Gaydon p. 197-199). Zur Warnung für den 
Meineidigen, der ja nach derAnsicht der Zeit im Kampfe unterliegen 
musste, war eine Bahre bereit gestellt, den Besiegten fortzutragen, um 
ihn nach dem Urtheilsspruche dann der schmählichen Strafe, von 
Pferden geschleift zu werden, zu überliefern. 
Ehe der Kampf beginnt, wird Frieden geboten 4). Die vor- 
nehmen Herren beschwören, dem Rechte seinen Lauf zu lassen 5); die 
teuil und Auboyn eingemischt) Se ne fussent les gardes qui bien gardent 1c 
champ, Qui homme furent Karle, et furent plus de -c- 
1) Rolandsl. 8913: Thie giiezwaitel sie inaneten: Ein ander sie ane ranten.  
Wigam. 1815: Da schüii" der künig mit gewalt Grieszwertel und maister darzuo; 
1865: Den grieszwerteln er da gepot, Das sy zusammen liessen Die kempffer und 
Sye hiessen Streytten unde fechten.  Lanc. I, 42372: Ens die gwietwaerdei-s 
werden geware. 
2) Gaydon p. 32. 
3) Rom. de 1a Char. 4943: Et Lanceloz dist: 'Sire rois, Je sai de qnauses 
et de lois Et. de plez et de jugemenz: Ne doit estre sanz serremanz Baiiallle (18 
tel mescreancd etc. Cf. 45165 ff.  Huon de Bord. p. 48: "Qui juerra? h barna- 
geS H dit. 'Ci1 qui apele" ee dient 1i marchis. 'D0nt juerrae-ge, sire' dist Anmu- 
ris etc. Cf. p. 50.  
4) Gaydon p. 44: Une graut bierre {ist li roi zuporter Ä -ij- seijans sor les 
chevax livrer; Devant les eontes 1a {ist en champ porter. Cc senefie et orgoil 
et fierte Et 1a justice fort et gmnt et eruel; 112m voldra, faire 1e recreant entrer 
Et puis ä coes de chevax trajiner. 
ä) Parton. 5092: N11 si zein ander bi der zit Uf dem Pläne Wären keinen, 
D6 wart ein Sicherheit genomen Und ein fride alsö gesworn, Sö die kemphen 
üZ erkorn Mit ein ander vaehten Und sich mit strite braehten Ze grimmer noete 
bitter, Daz beidenhalp die ritter Stille enthielten üf der wisen Und ir keiner
        

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