Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002069
Der 
Sieger. 
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nach dem Essen berathet der König mit seinen Rittern und Knechten, 
wer die Hand der Prinzessin verdient. Dieselbe wird in den Saal 
geholt und dreimal im Kreise ihrer Bewerber herumgeführt, dann dein 
glücklichen Sieger übergeben (2048-2141). 
Bei andern Turnieren berathen Herren und Damen, den Sieger zu 
bestimmen 1), dem dann der König der Herolde den Siegespreis über- 
reicht 2); oder die Ritter selbst geben den ausgesetzten Preis 3); dass 
er von Danienhand ertheilt wird, davon habe ich nur hie und da eine 
Andeutung gefunden (Chev. a le mance 243). 
Der glückliche Sieger wurde von Allen bewundert und beneidet; 
sein Ruf verbreitete sich im ganzen Lande, und war bisher die Dame 
seines Herzens noch spröde gegen ihn gewesen, dem ruhmgekrönten 
Helden konnte sie  so stellen das wenigstens die Romane dar  
nichts mehr versagen. Froh seines Erfolges, spendete der Ritter nun 
freigebig, verschenkte die eroberten Rosse und suchte durch seine 
Milde zumal die Herolde zu gewinnen, da diese sein Lob überall, bei 
all den Turnieren, die sie besuchten, verkünden konnten 4). Als König 
Richard von England im Turnei zu Nantheiz Sieger geblieben ist, 
vertheilt er reiche Geschenke (1105) „Den knappen algeliche, Die von 
den Schilden riche Und von den helmen sprachen. Da von si niht 
zebrachen Sin lop noch sine wirde. Mit edeles herzen girde Kroijier- 
tens uf in alle Undriefen dö mit schalle Geliche und algemeine "Von 
Engellant der reine Der ist ein fürste zeinem man! Hurtä hurt, wie 
wol er kan Nach hohem prise dringen! Ahi, wie kan er ringen Nach 
eren nlanicvaltec! Kein sperwer so gewaltec Wart nie der kleinen 
vogellin Als er der ritterschefte sin Wil und mit siner hende mac. 
Susa, wie lit rich bejac Versigelt hiute in siner hant! Ahtzehen ros 
het er gesant Von der planie velde. Mit höher wirde melde Sol man 
laroijieren sinen lip. Für zucker inöhten in diu wip Durch sine m- 
heit niezen, Sit daz in niht verdriezen Mac eren unde tugende Da her 
von siner jugendei." 
1) Chäust. de Couci 1997: Dont vinrent dames et chevalier Qui vouloienh aler 
jugier, Pour im celuy 10 pris donner Q1711 mieuX Pavoit faitv au jousbßr- 
2) Chast. de Couci 2011: Ly roy des hymus qui 1a furent, Erent pourväu si 
qu'il durent Et li principal de 1a. feste Pour donner le pris plus houneste D'un 
faucon faitie et plaisanü-  
3) Gilles de Chin 4596: Tout ]i chevaliers qui lä. ärent, Le ceval et Pours H 
donnärent; Une laucäle li laorta Uespervier, et il le donna Monsignor Gärart du Castel. 
4) Caesarius Heisterbac. II, 12: Causa, enihl laudis humanae torneamentis totus 
deditus erat, histrionibus larga. manu sua, tribuebat. 
        

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