Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002051
122 
Preises. 
Ertheilung des 
zunehmenl); am meisten bedurften diejenigen des Schlafes, welche am 
nächsten Tage Wiederum auf dem Kampfplatze erscheinen und weiter 
um den Siegespreis ringen mussten. 
Endlich ist nach einigen Tagen der Kampf vorüber; eine Partei 
ist besiegt, und wer unter den Siegern sich nun ganz besonders hervor- 
gethan hat, der soll den Preis erhalten. 
Gar hübsch schildert uns Konrad von "Würzburg (Parton. 16394- 
17362) ein solches Fest. In dem Turnier zu Schiefdeire gilt es, als 
Preis "die Hand der schönen Kaiserin Melinr zu erringen; sieben Könige 
sind die Preisrichter (13476). Pzirtonopier hat während des Turnieres 
sich durch Heldenthaten ausgezeichnet und kann es gar nicht erwarten, 
die Entscheidung der Richter zu erfahren. Schon bei Morgengrauen 
weckt er seinen Freund und Zeltgenossen Gaudin, der ihm aber rathet, 
ruhig zu warten, bis der Tag angebrochen sei: es mache mehr Ein- 
druck, wenn man zu spät komme, als wenn man zu früh schon sich 
einfinde (16430: Ez ist ouch bezzer, daz wir komen Ze jungest dan 
zem ersten. Man luoget niht der hersten Sö vaste alsam der lesten. 
Die tiursten und die besten Die sint dar konien danne Und wirt von 
manegem manne Üf uns gewartet bi- der frist: Des niht geschaehe, 
wizze Krist, Ob wir bewegen uns dar zuo, Daz wir komen dar ze fruo). 
So Warten sie, bis die Sonne scheint, essen und trinken, dann ein wenig 
und hierauf reiten sie gewappnet nach dem Felde, wo die übrigen 
Ritter und die Preisrichter sich schon eingefunden haben. Sieben Ritter 
werden als die Besten proclamirt; sie nehmen die Helme ab und 
zeigen ihre Gesichter. Unter den Sieben ündet dann die engere Wahl 
statt. Die schöne Meliür mit ihren Damen wird nun auch herbeige- 
holt; endlich einigen sich die Richter Partonopier für den würdigsten 
zu erklären, der denn auch der Melinr sofort angetraut wird. In dem 
Gedichte "Der Jungherr und der treue Heinrich" (Ges. Abent. lll, 
197 E.) lässt nach dem Festmahle am letzten Turniertzrge der König 
durch seinen Hofmeister (1910 ff.) den im Kreis Aufgestellten ver- 
künden, dass am nächsten Tage der Preis ertheilt werden solle. Alle, 
die mitgekäinlaft, sind dann zum F rühmahle beim König geladen, und 
I) Phil. de Bewunmnoir, Im, Maunekine 286]: Li pluisour eurent les cors pers 
Des grans 00x qu'i1s orent souffers; (2869) Gar mout (lurement fu lassäs Des 00x 
don ot 611 assös; 2880: Et li rois commundement fist Que tuit soupaissent zwoeu 
lui. Si firent il, il n'eut nului Des chevaliers, part a, Riessons Qui 0 lui ne fussent. 
semons Assäs orent viandes, vins: Quant soupe orent, li maitins PzLfllti a. dont se 
vont couchier Qifil en aivoient bieh mestierÄ Duskes a tierce (9 Uhr) se dormirent.  
Der Junghei-r und der treue Heinrich 1890 (Ges. Ab. III, 247).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.