Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002049
Pflege 
der 
Verwundeten. 
Siegers; 
des 
Proolamirung 
121 
zu beklagen hatte 1). Andre waren schlimmer davongekommen, hatten 
sich Arme gebrochen oder sonst schwer verletzt?) und behielten die 
Narben so lange sie lebten 3). Leute Wurden ausgesendet, die Ver- 
wundeten, die selbst nicht mehr zu gehen oder zu reiten vermochten, 
aufzusuchen, die Todten zu sammeln und auf Bahren heinizuführend). 
Was auf dem Felde liegen geblieben War, von Waifen, Kleiderresten, 
Sattelzeug und Lanzensplittern, das überliess man den fahrenden 
Leuten, den Krögierern 5). Die Gefangenen sendeten die Sieger an ihre 
Geliebten, denen es freistand, sie umsonst oder gegen Entschädigung 
ireizulassen G). 
Zuweilen wurde gleich nach Beendigung des Turnieres der Sieger 
proclamirt (Virginal 1048, 4 ff); bei manchen Spielen gab es über- 
haupt keinen Preis. So sagt uns Ulrich von Lichtenstein nicht, Wer 
in dem Friesacher Turnier sich besonders ausgezeichnet hat; er, der 
Damenheld par excellence, spricht auch nicht von zuschauenden Frauen; 
kurz hier handelte es sich einzig und allein um eine militärische 
Uebung. Nach seinem Berichte sind die Theilnehmer todtmüde und 
begeben sich gleich nach dem Bade sofort zur Ruhe (Frauendienst 
p. 95, 29). Wenige werden nur i1n Stande gewesen sein, nach einem 
regelrechten Turnier noch an der Geselligkeit auf dem Schlosse theil- 
1) Parz. 75, 8: II ve1 truoc swarze biulen: Die helde gehiure Derwurben 
quaschiure.  Ottokar von Steier DGXXXVHI: Manig druken und stoz Wart da 
enphangen An hiern und an Wangen, An knie und an nasen. Manig pewl und 
masen Maneger da enphie; DCC: Da von furbmaniger dan Pewl an dem hawpt 
Und mit Stichen alsam Dahin haime ehanl.  
2) Chast. de Couei 1915: Li ehastelains estoit blechies En un bras, si li ert 
lies D'un blane euevreelnef 21. son eo].  Une femme pour eent hommes (Barbaz. 
et Meon 111, 61) 55: Li uns avoit le eol plaissie Et li autre le bras brisie; Este 
avoient au tournoi Oü pris avoient ee bon oi. 
3) Gute Frau 2800: Er was zen brusten durchslaeh; An sinem libe man wo] 
mehr Daz in vil manege punte Mit speren und Stichen wunte: Ouch sach man 
oberhalp der bra, Daz im die nnge wa und wa Inz houbet waren geslagen.  
Troj. 31186: Diu zwei beliben unverschart, Iedoch enphiengen si den pin, Daz 
die ringe swunken drin Als in ein wahs daz ingesigel. 
4) Biterolf 9406: Der Wirt hiez suoehen üf dem plan Sin liute und siner geste: 
Sin fride was sö veste, Daz man den töten an der hant Diu Wafen dennoch ligen 
vant: In hete nieman niht genomen. Mit fünf hundert liehten komen. Die burgeere 
waren. Die töten hiez man baren, Die wunden fuort man sus von dan.) 
5) Parton. 14533: Da wurdenkfögierer gefröut, Wand üf den anger was 
geströut Samit, gesteine und edel golt. 
6) Cröne 893: Dö der turnei was ergangen, Man sante die gevangen Den 
Vrouwen üf den palas; Wan daz ir reht was, Sö der turnei gelae Und der hof an 
einem tae, Swer dan gevangen würde, Daz er dise bürde Von den vrouwen soltg 
klagen Biz sie in ledec Welten sagen, Obe siez gerne tasten.
        

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