Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1002001
Turnierplatz. 
Ankunft 
Ritter. 
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verbrämen lassen; der Anne begnügte sich mit einem neuen Recke 
aus Buckeram  Darauf legte man die Zieraten an, welche die Geliebte 
gespendet hatte, die Kopftücher, Aermel n. s. w., von denen schon 
früher (Th. l, S. 469  die Rede gewesen ist. 
Der T urni er platz war inzwischen bereitet worden, ein offnes, ebenes 
Gefilde, das den Bewegungen der Reitergeschwader keinerlei Hinder- 
nisse bot. Gewöhnlich liegt er in der nächsten Nähe der Stadt und 
dann begeben sich die Zuschauer, vor allem die anwesenden Damen 
auf die Burgmauer, an die Zinnen 2), an die Fenster des Palasß), oder 
sie nehmen auf einem der Thürme 4) Platz und können so dem Schau- 
spiele mit aller Bequemlichkeit folgen. Liegt der Kampfplatz von 
der Stadt entfernt, so erbaut man für die vornehmen Gäste wohl auch 
eigne Tribünen (afr. bretesche, eschafaud: Meraugis p. 12, p. 13). Um 
die Zuschauer zurückzuhalten, ist der Platz mit Schranken umfriedigt 5). 
Sobald die Damen sich niedergelassen hatten, begann die Musik 6), 
und nun zogen die Ritter, von ihren Knappen begleitet, allmälig nach 
dem Turnierfelde. Die Knappen riefen vor ihnen her „Platz daf"), 
die Herolde (Kreiirer) begrüssten mit lautem Zurufe erprobteKämpfer 3). 
Jeder der Ritter nimmt jetzt seinen Platz in seiner Schaar ein 9); die 
1) Frauend. p. 79, 14-20. 
2) Nib. Z. 6, 4: Trunzune sach man vliegen vür den palas dan.  Lanc. II, 
37932: Gingen ten cantele die joesten scouwen. 
3) Der Jungherr u. d. treue Heinrich 1085 (Ges. Abent. III, 225): Nü lag der 
künig undadie vrouwen Üf den venstern schouwen, So wer der beste waere, Dem 
man gwbe die ere. 
4) Parton. 1,4180: Diu keiserin was aber konien Üf des turnes warte. Irekel 
und diu zarte Persanis ir waren bi. 
5) Biterolf 8593: Da si sider diu hamit Staaten kurz oder wit Swie si dühte 
guot getan. 
6) Biteroli 8657: Dö si gesezzen waren nider, Vil lüte Ilörtun si da sider Manie 
horn erschellen, Holre blasen vor den snellen Und 111EL118gEl' trumben döz. Sumber 
slahen was alsö gröz, Daz erwagen mohte der palas.  Parton. 14204: Man hörte 
VOII bllsünen Schallen üf der heide vil, Die gigen und der harphen spil, Die tam- 
bür und die fiöuten.  Fmuend, p, 82, 6, 
7) Wigal. p. 80, 16: 'Wiehä, herre, wiche? Die garzün alle riefelh Die d?) 
vor im liefen. Si waren siges an im gewon.  Mai u. Beafl. p. 235, 11 : Si schrirn a1] e: 
'wicha wich?  Frauend. 13.237, 28: 'Wicha herre, wichä. wich' Ruoft üz freu- 
den an der stunt Dä. vi]. maneges ritters munt.  Cröne 822: 'Wichu„ herre, 
wiche!" Wart da gecroijieret. 
8) Crane 1534: Dö röf iz allet Ungerlant! Der werde fört den pris von hinnen 
Ind erwirbet hie die keiserinnenf  Reinfried 856: Die kriger vast gröierten Üf 
111; 11418: Die gernden grögieren Man hört üf den von Brabant. 
9) Chastelain de Couci 3287: Quant furent issus as chans fors Et li dizeur 
aloient lors, Si ont fait passer Ies passans. De deus pars ont 1aartis le chans: 
Ohascuns est a son droit ales. 
        

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