Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001984
Kipper 
Command 0. 
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günstigt und denen sich deshalb Viele anschliessen, sollen gegen 
die Engländer fechten; da ihre Schaar jedoch der der Eingebornen an 
Zahl überlegen ist, reut es den König, und er verbietet das Fest 
(Matth. Pan). 1247 erlaubt der König dem Grafen Richard von Glou- 
cester ein andres Turnier bei Northampton zu veranstalten und dazu 
(voce praeconica) einzuladen. Es galt die Ritterweihe Wilhelmis de Valence 
zu feiern (ut ibidem memoratus Willielmus cum suis contyronibus militiae 
peritiam et addisceret et experiretur). Doch auch dies Turnier wird 
Wieder verboten, weil man Reibungen zwischen den Engländern und den 
Rittern aus Poitou fürchtet (ibid). Als sich dann 1249 Richard von Glou- 
cester bei dem Turnier von Brackell gar der Schaar der Fremden an- 
schliesst, wird ihm das von den Engländern sehr übel genommen  
Vorsicht konnte übrigens, zumal wenn Angehörige verschiedener Land- 
striche gegen einander fochten, nichts schaden; die unterliegende Partei 
ivar leicht geneigt, aus dem Scherze Ernst zu machen und sich zu rächen. 
Ein Beispiel erzählt uns Matthäus Paris: 1242 war ein englischer Ritter, 
Walter Biset, im Turnier von Patrik, dem Sohne des Thomas von Galway, 
besiegt worden; aus Rache zündete er in der folgenden Nacht dessen 
Herberge an und verbrannte ihn mit seinen Begleitern. Deshalb wurde 
auch immer vor Beginn des Turniers jede Feindseligkeit ausdrücklich 
untersagt 1).  Wie es scheint, wurde die Theilung von den Herolden be- 
sorgt 2). Ausgeschlossen vom Turnier waren die Kipp er 3), edenfalls die 
nicht ritterbürtigen Soldaten oder die jungen Knappen, die das Ritter- 
schwert noch nicht erhalten hatten; die mochten im Eifer für ihren Herrn 
auch zuweilen mit zugeschlagen haben; es war ihnen aber bei Verlust 
der Hand streng verboten, am Kampfspiele sich zu betheiligen 4). 
Das Commando über jede der Schaaren übernahm ein Haupt- 
mann 5), zuweilen hatte man auch sogar zwei Anführer Ü). 
1) Biterolf" 8615: Swer brichet minen fride, Ob man mich hienge an ein wide, 
Holt Wirde ich im nimmer 111er. 
2) Virginal 103, 6: Der turnei dö geteilet wart Von den knappen üf der 
vart. Die von den wäfen sprächen. S1 teilten ebene und gelih, Daz ietweder 
lmrte sich Zuo einander brächen, 
3) Parz. 351, 17.  Frauend. p. 117, 7. 
4) Biterolf 8579: 'Wie schaffet irz" sprach Rüedegär (Dm. lät mich 11mm". 
künic her, S01 ez eine kipper sin?" Uäbi rehten triuwen min" sprach Gunther der 
riche, 'Daz lobe ich endeliche. Swelhen ritter rüeret kippers hant, Ez si knabe 
oder sarjant, Der des turneis niht beste, Daz ez im an die haut gä."  Cröne 
776: Von ldplaern ein michel rote Mit starken matziuwen. 
5) Turnei 261. 
6) Parton, 14082; Eime ietwedern teile, E daz tumieren dä, began, YVurden 
zwäne houbetman Besunder üz bescheiden. 
8:14
        

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