Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001979
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Theilung des Turniers. 
Der Festtag begann mit einer feierlichen Messel); fromme Ritter 
hatten schon früh beim Aufstehen gebetet und Gottes Hülfe ange- 
iieht (Lanz. 3094). Dann versammelt sich die ganze Ritterschaar, und 
man beginnt, die beiden Geschwader, welche mit einander kämpfen 
sollen, abzutheilen: „der turnei geteilet wart" 2). Es kam darauf an, 
dass auf jeder Seite gleich viele und gleich tüchtige Ritter stritten. 
Bei dem Friesacher Turnier am 13. Mai 1224 war auf der einen Seite 
Leopold von Oesterreich mit 200 Rittern, Markgraf Diepolt von V0l1- 
burg mit 12 Rittern, Graf Albrecht von Tirol mit 40 Rittern, Hug 
von Taufers mit 20, der Doinvogt von Regensburg, Diet von Lengen- 
bach, mit 22, Reinprecht von Muoreck mit 40, Hadamar von Küenring 
mit 31, Herman von Kranchsberg mit 20 und Wolfger von Gorse mit 
12 Rittern; die Gegenpartei bilden Markgraf Heinrich von Istrien 
(Ysterrich) mit 60 Rittern, der Fürst Bernhard von Kärnten mit 50, 
der Graf Meinhart von Görz mit 55, der von Hiunenburc mit 32, der 
von Liebenau mit 25, Graf Herman von Ortenburg mit 8, der von 
Orte mit 36, und Herr Wölflng von Stubenberg mit 34 Rittern (Frauen- 
dienst p. 79, 25-81, 24). Hier scheint die Theilung nicht ganz ge- 
recht, denn auf der Partei des Oesterreichers sind neun Fürsten und 
397 Ritter, die andre Schaar zählt nur acht Fürsten und Herren und 
300 Ritter, ist also um 98 Mann schwächer. Dies kam aber öfter vor; 
schon 1178 siegte, wie Gislebertns im Chronicon Hanoniense erzählt, 
im Turnier zwischen Vendueil und La Fere der Graf von Hennegau, 
trotzdem seine Partei in der Minderzahl war. 
Gewöhnlich hielten sich die Landsleute zusammen. S0 veran- 
staltet 1241 der Graf von Riehmond, Peter von Savoyen, zu Ostern 
ein Turnier bei Northampton. Die Fremden, die der König be- 
Riehmond): In quo contriti sunt turpiter aliegenae, ita ut iugientes probrose ad 
civitateni gratia refngii, armigeris obviam venientibus, iterum recepti snnt spoliati 
et egregie baculis et clavis malleati. 
1) Tnrnei von Nantheiz 253.  Parton. 14044: Si kerten aber unde riten Für 
die stat hin üf den plän, Da sanc ein Werder kapelän ln eiine gezelte messe Der 
kristenlichen presse. 
2) Frauend. p. 79, 22; p. 115, 27; p. 300, 5; p. 497, 1.  Turnei von Nantheiz 
256.  Parton. 14066: N11 si gemischet wurden gar Zein ander üf der heide S6 
daz kein unterscheide Wart von in gehalten, Dö wurden si gespalten Und in zwei 
ganze teil geschart. Der kristen und der heiden wart Beidenthalp geliche vil, A11 
dem ritterlichen spil Enweder teil wart minre: Daz üzer und daz inre Niht eines 
mannes heten nie. Kein turnei Weder sit noch e Wart als eben üf geleit.  'l'urnei 
280: D6 wart gelich teilunge schin, Wan si begerten harte, Daz ietweder parte Zwei 
tüsent ritter an sich züge.  Der Frauen Turnei 131 (Ges. Ab. l, 374): Wir teilen 
ünSf-mzwei Und machen ein turnei.  Die Heidin 333: Sie teilten sich gelich en 
zwei. Dö huob sich der turnei.
        

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