Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001961
Turnierwaffen. 
113 
Und nun galt es Vorbereitungen zum wirklichen Turniere zu 
treffen. Manche Ritter waren schon unfähig, an demselben sich zu 
betheiligen, zu schwer verletzt, als dass sie am nächsten Tage wieder 
auf dem Kampfplatze erscheinen konnten. Ja es kam vor, dass das 
Turnier überhaupt gar nicht stattfinden konnte, weil die Ritter von 
der Vesperie zu sehr ermüdet waren 1). 
Das Turnier unterscheidet sich von dem ritterlichen Stechen, der 
Tjost, dadurch, dass hier nicht Mann gegen Mann, sondern Schaar 
gegen Schaar kämpft; es ist das Abbild einer wirklichen Reiter- 
Schlacht. Während es bei der Tjost verboten war, einem der Kämpfer 
Beistand zu leisten, kann beim Turnier der Freund dem Freunde 
helfen, ihm, falls er sein Ross verloren, ein andres geben u. s. w. 
(Konr. v. Würzb, Parton. 13890-13906). Auch wird nicht allein mit 
Lanzen gefochten, sondern um den Gegner wirklich zu besiegen und 
zum Gefangenen zu machen, zieht man, sobald die Lanzen verstochen 
sind, die Schwerter, die natürlich stumpf sein müssen, so dass sie keine 
Wunden schlagen, wohl aber schmerzhafte Hiebe beibringen können 2). 
Uebrigens war die Sitte des Schwertkampfes nur in Frankreich üblich 3), 
in Deutschland und England bediente man sich der ungefährlichen 
Brügel4) oder Bengelä), Kolbens); da konnte einer höchstens tüch- 
tige Schläge bekommen 7). 
1) Parz. 86, 21: Ein vesperie ist hie erliten, Daz turnieren wirf. vermiten; 
95, 14: iEz wart ein turney de, her Gesprochen: des enwart hie niht. Manec 
geziue mir des giht.) 'Den hät ein vesperie erlemt. Die vreehen eint sö hie 
gezemt, Daz der turney dervon verdarp.) 
2) Titurel 2190: Swert die doch nicht scherfe sniten wan zu buelen, Gesehubze 
noch gezerfe sach da nieman neur etzlichen kuelen. 
3) Parton. 15108: Wan der site der ist noch Rehte und offenliche erkant 
Über der Franzeise laut, Dez man mit swerten und mit spern Turnieret dä; wil 
iemen gern Jostierexis mit den seheften, Der mac sich dä beheften Mit starken 
stichen manicvalt. Der turnei sam ein strit gestalt Ist dä, ze lande, wizze Krist. 
4) Parton. 14414: Man such dä, swerte vil erwegen Unde üf heben manegen 
brügel.  Engelh. 2734: Diu swert enwurden niht gespart Und die vil starken brügel. 
5) Parton. 14327: Mit swerten und mit bengehi Huob sich dä ein Solißh 
tengeln.  Engelh. 2766: Sin kneht der sluoc üf eine lide Mit einem starken bengel. 
6) Lancel. HI, 16523: Doe quamen hem de colvenaren Ende waenden winnen 
sijn goede paert. 
7) Matth. Paris 1248: Die vero cinerum eoeptum est torneamentum magnum 
apud Neubiiiam inter milites Angliae, ut experirentur- militiae peritialn cum 
strenuitate. Cui cum dominus rex faivorem praebuisset, optime et inißiatlllll Gst et 
tenninatum, ibique profecto Williehnus fIEJÄJGT domini regis uterinus cognomento 
de Va.1entia,tiro novellus, ut titulos militiae sibi famosos adquixeret, se animosa. 
praesumptione ingessit, sed aetate tener et viribus imperfectus impetus militum 
durorum et Martiorum sustinere von praevalens, multa amisit prostratus et egre- 
gie, ut introductiones militiae initiales addisceret, baculatus; 1251 (Turnier zu 
Schultz, höf. Leben. II. 8
        

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