Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000521
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1001884
Herolde. 
105 
gröier  gregirei"l), krö gierer) 3) sind Landstreicheri), die sich auch 
beim Feste eingefunden haben, den Ritter durch ihren Zuruf begrüssen 
und seinen Ruhm verbreiten; sie werden deshalb auch reich beschenkt 
entlassen, denn sie kommen Weit in der Welt herum, haben viel gesehen 
und können durch ihre Berichte und Schilderungen nützen und, falls sie 
unzufrieden sind, auch schaden. Kroijieren heisst von nwäpen sprechen  
Es sind also die Kroijierer gleichbedeutend mit den Knappen, die von 
Schilden und Helmen sprechen"), die „derWappenröcke Warten" 7), kurz 
sie entsprechen den Herolden S), nur dass sie freiwillig, bloss auf 
Lohn helfend, ihre Dienste anbieten. Sie haben die grösste Erfahrung 
in Tilrniersachen und aus ihren Kreisen entwickelt sich die später so 
gepriesene Heroldskunst.  
Im Reinfried (616 ff.) wird uns geschildert, wie der Held in Linien, 
wo ein Turnier stattfinden S011, einzieht: Zuerst kommen je zwei und 
zwei geordnet zweihundert berittene Schildknechte, dann reiten in 
gleicher Weise hundert Edelknaben, deren jeder einen Sperber (sprin- 
zelin) auf der Hand trägt. Ihnen folgt die Musik (Tambur, Geige, 
Harfe, Flöte. Parton. 14206), dann ziehen hundert Ritter, wieder je 
zwei und zwei, ein; endlich kommt der Herr selbst  
din was gröz. Vil büsünen vor im erhal, Der gahn gap vil grözen schal, Tam- 
bürexi floitieren Man hört da. vil grögieren. Garzüne vor im liefen, Die vil lüte 
riefen "Wiehä, herre wiche, Hie kinnt der ellens riehe, Der werde künic Verangöz, 
Des lop mit wärheit ist grözf 
1) Frauendjenst p. 73, 10. 
2) Iloid. p. 82, 9. 
3) Parton. 14533.  
4) Ottokar von Steier DCXOVIII: Dy groyerär, Die sich nennent lantvzmrer. 
5) Mai u. Beaü. p. 88, 25: Vil varnder liute man da saeh. Maneger von den 
wapen sprach, Dam man kroijieren nennet, an den man daz erkennet, Daz si die 
(lecke zerrent hin, Wan dar an lit ir gewin.  Engelh. 2732: Und swaz der ritter üz 
erwelt Rosse da bejagete, Diu gap der ilnverzagete Den knaben von den wäp en. 
G) Turnei 1102; Swaz er mit siner hant erstreit, Ors nnde guoter dinge, Daz 
gap er üz dem ringe Den knappen algeliehe, Die von den schilten riche Und von 
den helmen sprächen. 
7) Titur. 1829: Waz die andern furen uf helmen und uf sehilden, Gestricket 
mit den snuren oder mit dem pensel dar uf gebilden, Daz prufen die der Wappen 
röeke Warten.  
8) Rom. de 1a Char. 5537; Un hyraut d'arme-s.  Chast. de Couci 1239: Hiraus 
gairons erient et braient. Li jousteour plus ne (lelaient; 1302: Hirämß crioient 
noblement: ,C0uci, "Qouci, au vaillant homme De qui de France jusque a Romme 
Doit li renons de lui aler; Couei, au vaillant baeeler, Couci, au ehastelzbin Coucf; 
1359: Dont prirent hiraut a monstrer: ,Dames, or poves esgarder, Donner lor doit- 
on par soulas Manches et agnilliers et las, Les savourens baisiers promettre 
Par fin amour dame jour mettre." 
9)  inZazamanc einzieht, geht voran der Bovel:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.