Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995825
Slmnnbetten. 
Diese Querleisten sind oft mit Thierfiguren, Blumen und anderem 
ornamentalen Schmucke verziert. Anstatt eines Sitzbrettes der Bank 
hat das Spannbett einen elastischen Sitz von Strickwerk. Die Stricke 
(strangen 1), afr. le cordeisf) sind den Langseiten des Bettes parallel 
gespannt; an den Schmalseiten des Bettes werden starke Seile (die 
ricseile) befestigt, mit denen jene Strangen durch starke Ringe ver- 
bunden sind. Dadurch wurde der Sitz nachgiebig und bequem. Es ent- 
spricht also etwa das Spannbett unserem Bettboden mit Strippenbezug, 
während das gewöhnliche Bett Wahrscheinlich nur einen Bretterbelag 
hatte. Auf dem Bettgestell liegt zunächst das Federkissen, dessen 
Inlett (underzieche) aus Leder ist 3), während der Ueberzug aus Seiden- 
stoff gefertigt ist 4). Darüber wird die gesteppte Decke, das Kulter, 
gebreitet 5), und so ist das Sopha zum Gebrauche fertig. Wollte man 
besondere Pracht entfalten, dann wurde noch ein bunter Teppich über 
den ganzen Sitz gelegt. Das sind die Banclachen (laancalizt). Bei 
Tage sass oder lag man auf den Betten  es gewährte natürlich auch 
Platz zum Sitzen für mehrere Leute  in der Nacht wurde auf den- 
selben Betten geschlafen 6). Man breitete dann über das Kulter 
noch ein weisses leinenes Betttuch (lilachen oder linlachen, afr. lin- 
1) Parz. 790, 21: Daz spanbette zöch zein runder Strengen von  
Daz wäu-n undr im diu ricseil. 
2) Parton. 10323: Ohiute de dum dämlerion Envolse d'un blzbnC sighmton Ot 
pur desus le cordeis Qui fu de soie laceis.  S0 auch die Legal-betten: Ren. de 
Mont. p. 296, 19: En  lit cordeis Pont colehie mult soef; p. 329, 34: En  lit 
cordeis colea, karlon soef. 
3) E11. p. 49, 10: Diu zieche was ein sßunit, W01 geduht mit vederen; Diu 
ilnderzieche lederen, Vile weich unde vast.  
4) Lanz. 4158: Diu zieehe gnot sidin.  Parz. 552, 9: Einez was ein pflümit, 
Des zieche ein grüener samit; Des niht von der höhen art: Ez was ein sannit 
pastart.  Herz. Ernst 2600: Zwei bette wären drüf geleit, Mit riehem pfeller 
W01 bezogen. 
5) Parz. 552, 13: Ein kulter was des bettes dach Niht wenn durch Gäwäns 
gemach, Mit einem pfellel sunder golt, Verre üz der heidenschaft geholt, Gestep- 
pet üf palmät.  Nib. Z. p. 279, 3: Vil manegen kulter spaehe von Arraz man 
dä. sach Von vil liehten pfellen.  Kudr. 1326: Der üife lägen golter dä her von 
Aräbe Vil maneger hande varwe.  Libnz. 4154: Ein kulter was der üf gespreit 
Von szunit grüene als ein gras.  Erec 374: Und dar übere gebreit Näch grözgr 
herren werdekeit Kulter von zendänle Riche und gemäle.  Rom. de 'l'roie 1543; 
Colte i ot grant qui fu de paille, One meillor n'en ot en Tessaille.  Parton. 
10327: Coverte fu de kiute pointe Qui bien faisoit ä dmue coizite: Fait fu d'un 
mervellos palie Qui por treu vint de Tesaille (Tesalie?)  Blancandin 1555; Li 
keute fu par devison Faite de soie et (Pauketon.  Aiol 2148i Les kieutes sont 
de paile que desous rnist.  
6) Parton. 10372: Sor tel lit faisoit bel seoir Et 11101111: bel gesir a1 soir.
        

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