Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995769
TIERE 
nur hineingetrztgeil, sobald das Mahl bereitet war, und gleich wieder 
nach Beendigung der Mahlzeit hinausgebrachtl). ISie bestehen aus 
dem Untergestelle, zwei kreuzweis verschränkten Streben (schragen), 
auf die die Platte aufgelegt wird 2). Zuweilen aber ruht die Tischplatte 
auch auf vier Beinen (Stollen), die ebenfalls erst aufgestellt werden, 
ehe die Deckplatte darauf niedergesetzt wird 3). Die Tische werden 
oft aus kostbarem Material, aus Cypressenholz etc. gefertigt, mit Elfen- 
bein verziert4). Tische, welche den von den Dichtern gegebenen 
Beschreibungen entsprechen, sind uns nicht erhalten. Dagegen theilt 
Hudson Turner (zu S. 97) eine Abbildung eines Tisches mit nach 
einer Miniatur der Bodlejana, welche jene Angaben uns erläutert. Die 
Platte ruht auf zwei Böcken, wie wir dieselben noch heute im Gebrauch 
haben; an den vier Ecken des Tischblattes sind Ringe befestigt, die 
über die Stollen gestreift werden. Derselbe Autor bildet ferner einen 
festen runden Tisch aus dem Kapitelhaus zu Salisbury und einen an- 
deren Tisch aus der Küche der Fremdenhalle zu Lincoln ab (z. S. 96). 
Stühle waren wohl nur selten zum täglichen Gebrauch da 5). Man 
1) Mai und Beafl. p. 8, 36: Die truhseezen waren kluoc, Die tische begun- 
dens dannen tragen; p. 30, 13: Der wirt die tische hiez dannen tragen.  Otto- 
kar v. Steyer XVII: Und man die taveln danne trueg.  Pereev. 34080: Quant 
ont inangie, si font oster Napes et tables vistenient. 
2) Nith. H. 38, 27 : Einen tanz al nmbe den schragen; 40, 14: Heiz die schra- 
gen Fürder tragen.  Altd. B1. 1, 321: Zwene schragen Die die tavel üf tragen. 
 Percev. 4444: .Tant que doi autre varlet vinrent Qui aporterent  escaches 
(estaches?); 4453: Sor ces eseaches fu assise La table et la nape sus mise. 
3) Parz. 233, 1: Nach den kom ein herzogin Und ir gespil, zwei stöllelin Si 
truogen von helfenbein. Ir munt nach fiwers roete Schein. Die nigen alle viere: 
Zwuo satzten schiere Für den Wirt die stellen; 28: Viere die taveln legten Uf 
helfenbein wiz als ein sne, Stollen die da kömen e. 
4) Troj. 17544: Der sal enhete keinen tiseh, Der unedel inohte sin. Si waren 
alle zipressin Und wol ze rehter maze breit, Mit golde wunneclich erleit stuon- 
den si gemeine Und wol mit helfenbeine Gespenget an den orten.  Gr. Wolf- 
dietr. 879: Die tisch von helfenbeine wurden do bereit, Manig tueh von sidin 
kleine wart daruf geleit; 956: Die tische helfenbeinen wurden hingetan; 1405: 
Mit gutem helfenbeine manig tisch wol durchschlagen, Daz Werk was also reine, 
als wir hören sagen, Rich von Zypressen holze und lignum aloe, Dar uf lagen 
listen wisz also der sne.  Walewein 1013: Seonincs tafle was van goude Daer 
Walewein up eten soude; In enen setele settemenne allene; 1025: Ten elpshene 
saten die graven Ende hertoghen van grober haven. Ende ten yvore hoghe liede, 
Rudders; maer hare maisniede Saten beneden ten marberine.  Percev. 23907: 
Voit une grant table d'argent.  Ferguut1284: Van wilde dieren ende van dra- 
ken So war die taHe gehouwen; lc wane men in der Dunouwen Tafle en vonde 
so wel gewroht, Die se makede was wel becloht. M611 Cleet se op ende die 
scraghen. 
5) Trist. p. 273, 28: Und hzeten einen stuol genomen Nach einander in dem sal.
        

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