Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995743
Teppiche. 
Diese Teppiche wurden entweder fertig gekauft oder von den Damen 
selbst mit Beihülfe ihrer Hofdamen gestickt 1). Die berühmte Tapete 
von Bayeux soll durch Mathilde, die Gemahlin Wilhelms des Eroberers 
gestickt worden sein. 
Diese Teppiche wurden, sobald die Festtage vorüber waren, wieder 
abgenommen. Sie dienen dazu, die Holztribünen, die bei Gelegenheit 
von Turnieren etc. improvisirt werden, schnell zu decoriren 2), Werden 
bei Einzugsfeiern an der Aussenseite der Häuser aufgespannt 3), kurz, 
finden vielfache Verwendung im geselligen Leben jener Tage. 
Auch der Fussboden wird mit Teppichen bedeckt4), die mit 
Bildern von Thieren etc. verziert 5) sind. Solche, auf denen Leo- 
parden dargestellt waren, werden öfter erwähntö). Limoges wird 
einmal als Fabrikationsort genannt 7). Sonderbar erscheint es nun, 
dass man auf diese unzweifelhaft theueren Teppiche, denn es werden 
auch seidene, golddurchwirkte beschrieben, dass man auf diese kost- 
baren Fussdecken noch Blumen streutes), die zertreten 9) jedenfalls 
eine ähnliche Beschreibung, Meleranz 584-94.  Jubinal cit-irt (a. a. O.) aus 
einem Verzeichniss des Schatzes Königs Karl V.: le tappiz del sainct Grazel, de 
Fleurence de Reine, d'Amis et d'Amile, dlvinail et de lin royne (Ph-kund, de 
messire Yvain etc. 
1) Alexanderl. 5813: Der umbehanc was bei-lieh. Ime was nie nehein gelicli, 
Den lneisterde Candacis, Wunde si was listieh und wis, Die rielie kuninginne In 
irein tiefen sinne. 
2) Mai u. Beail. p. 8, 16: Die sidelen wurden Wol gedaht Mit guoten gultern 
lieht geminl; Von samite und von zendäl Wärn pfnnät und nmteraz. Kein gesidel 
wart gezieret bez. Manec richez sperlaehen Such man de) üf machen. 
3) Erec 2325: Et comnmnda les sainz soner Et les rues encortinor De tapiz 
et de dras de soie. 
4) Parz. 627, 24: lAldä. wart niht gegangen Wan üf tepehen wol geworht. 
Ez het ein armer Wirt ervorht.  Erec 8598: Der zuo was der esterich Mit guo- 
ten teppechen gebreit.  Vgl. Cröne 17409. 
5) Peire Vidal (Mahn I, 246): Ab tant vai tendre sus Terbatge La. donzela 
 j- brap de colors Ou ae auzels bestias e ilors, Totes de ün aur ememtz. 
6) Erec 2621: Erec ä-rissist de l'autre lmrt Desuz Tyniage d'un luepart Qui el 
tapiz estoit laoitriute.  Li biaus descoilneus 2598: Et puis est li Lzmpars asis 
Sor l'image d'un lupart bis Que el tapiz estoit portraite. 
7) Erec 2616: Et fist un tapiz de Lymoges Devant lui ä. la terre estendre. 
S) HvF. Trist. 2524: Mit tiuwern teppiclien sidin Wart der esterich beleit 
Und rosen vil daruf gespreit.  Walbemn 1201: D51 ze Bern den witen sal Den 
überbreit man über a1 Mit edlen teppichen guoty, D5 die hen-en höchgelnuot Innen 
selten ezzen. Oucli wart niht vergezzen Ulnb guldin tüechern liehtvm- Umbhienc 
man die wende gar. 
9) Willeh. 144,1: Vil teppch übr 21,1 den palas Lzmc, dar üf geworfen was 
Touwic rösen hende dicke: Den wurdn ir liebte blicke Zetreten: (Im. gap doch 
süezexi wäz. .
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.