Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995728
Wandteplaiche. 
dargestellt1). Reste von Wandmalereien haben sich nur spärlich 
erhalten. Ornamentale Malereien iinden sich noch i1n Refectorium 
des Templerhauses zu Metz; an den Seiteniiächen der Tragebalken 
sind galoppirende Ritter dargestellt (Viollet-Le-Duc VII, 95); dann 
theilt de Caumont eine Abbildung der im Schlosse Sendre noch vor- 
handenen Wandgemälde mit (Abecerl. II, 390), auf denen wir auch 
turnirende Ritter dargestellt finden. 
Dass die Künstler der damaligen Zeit der Aufgabe Wohl gewachsen 
Waren, eine monumentale Malerei auszuführen, vor allem die Ornamente 
in schön zusammenstiininenden Farben zu componiren, aber auch 
decorativ immerhin recht Wirksame Figuren und Gruppen zu ent- 
werfen, dafür liefern uns die erhaltenen Wandgemälde der Kirchen 
den Beweis. Ich erinnere nur an die Deckengemälde der Michaels- 
kirche zu Hildesheim, die Wandbilder der Kirche zu Schwarzrheindorf, 
im Nonnenchor des Domes zu Gurk, im Dome zu Braunschweig. 
Die Gemälde waren meist an der Decke an den oberen Theilen 
der Wände angebracht, der Beschädigung Weniger ausgesetzt; der 
untere Theil der Wände war gewöhnlich nur mit ornamentalen 
Schablonenmalereien verziert. Wollte man nun den Saal noch präch- 
tiger ausschmücken, sei es, dass geehrte Gäste erwartet wurden, oder 
dass irgend eine Festlichkeit bevorstand, so wurden die WVände mit 
kostbar gewirkten Teppichen behängt 2). Diese Wandteppiche heissen 
Umbehenge 3), Rnclachen 4), Sperlachen 5), Stuollachenü) (franz. Cor- 
1) Piise de Pmnpelune 441: Ens une riee czunbre, tote lminte ad 01' fin, 
Ensi com en Besanee larist fame Costantin, Se desarma, Qarllon; 46T: Desour 1a 
metre salle, qifest painte ad orfrois, Conmnt Camilius desconfist li Gallois, Fu. 
rent les tables misses.  Vgl. auch über die Malereien des Schlosses zu Winchester 
Girardus Cambrensis, de instructione principis. Dist. III, c. XXVI (Bouquet, Re- 
Cueil XVIII). 
2) Achille Jubinal, Recherches sur Porigine et l'usage des tapisseries ä per- 
sonnages dites historiees, Paris 1840. 
3) Biterolf 6817: Der küniginne palas Von guotem umbehange was Verdecket 
an daz ende: Der estrich und die wende, Des envzmt man lützel blöz. 
4) Parz. 627, 22: [Manec rückelachen In dem palas wart gehangen; 760, 20: 
Dö sluoe man üf (sus hört ich sagen) Von pfell vier ruclachen Mit rilichen sa- 
chen, Gein ein ander viersite; Darunde senfte phunite, Mit kultern verdeeket 
Ruclachen drüber gestecket.  Mnd. scoenlaken. Lanc. III, 14629: Dat nien niet- 
soude eten Eer dat nie inare Ware gehord Und scoenlaken Werd ap gedaen. 
5) HvF. Trist. 2318: Im-e des der reine Künic dort von 'l'intajo1Hiez schoene 
und künecliche W01 Umbehengen sinen sal Mit sperlachen überal, Die glasten 
ganz von golde vin. 
6) Der Slegel (Gesammtab. II, 413) 178: si hiez im bringen drämte Tepielf zuo 
den benken Und an die wende henken Sidiniu stuol lachen.
        

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