Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995706
namln. 
Gelnhausen aufzuweisen (Ilundeshagen, T. XII, A, B). Andere Kamin- 
mantel ruhen nur auf starken Consolen, wie z. B. in einem Hause zu 
Cluny ein solcher erhalten ist (Viollet-Le-Duc III, 198); einen imderen 
aus Boothby Pagnel bildet Turner (p. 12) ab. An dem Kamiine sass 
der Burgherr mit seiner Familie, mit seinen Gästen 1). Es sind diese 
Sitze zunächst dem Feuer die Ehrenplätze, und so ist es wohl wahr- 
scheinlich, dass Kaiser Friedrich Barbarossa und seine Gemahlin zu 
beiden Seiten des Kamines ihre Plätze gehabt haben, wo heute noch 
reiche Steinsculpturen erhalten sind, welche an die Rücklehnen der 
Stühle erinnern 2). Uebrigens wurde selbst an dem Feuer in den 
Kaminen der Säle unter Umständen gekocht und gebraten 3). 
Selten erwähnt wird eine Estrade, die Wohl einige Stufen über dem 
Fusslaoden des Saales erhöht war und auf welcher der Fürst und die Sei- 
nigen ihre Plätze hatten, während der niedere Adel und die Ritter unten 
imSaale sich aufhielteil. Es ist dies dieBrücke oder Büne 4) (franz. dois) 5). 
Die Wände des Saales waren entweder glatt verputzt und nur 
geweisst G) oder bemalt. Die deutschen Beschreibungen gedenken 
selten der Wandmalereien 7); häufiger finden wir die Erwähnung 
derselben in französischen Gedichtens). Es werden da ausdrücklich 
1) Cröno 3672: Z0 Tintagüel üf der veste, Dö er saz bi dem bmisiere Mit ge- 
mzucher eisiere.  Parton. 1098: Giene dö zeinem Hure Nitch dem ezzen zdzehztnt, 
Daz harte schöne was erbmnt In eime schoenen kümin.  Fierabras p. 67: E11 une 
cheminöe ont le fu ztlume; Lim skrsient Frangois ä  fournel prive.  A101 10473: 
Elies et szr feme se sient les a les Deioste 1a fouiere sor -j- tapis ores. 
2) Hundeshagen T. XII, A. 
3) Percev. 16400: Ä une moult {graut ceminee Voit -j- moult gramt fu ztlu- 
mee; Ne voit home de mere ne Fors tant que uns nains rostissoit 'I- paon. 
4) Wigalois p. 192, 4: Frowe Japhite diu reine Üf einer höhen larücke szw. 
Daz nie dehein brücke baz Von betten Wart geslihtet, Mit tepechen W01 berihtet 
Unt mit liehten pfellen.  Troj. 17526: Ir sülnt gelouben, daz sin büne Mit 
golde W01 gezieret schein, Und daz vil manic edelstein Dar üz vil schöne lühte; 
26466: Die boten üf des sales büne Für in geliche träten. 
5) Cleonrades 17329: Lors 1e menerent asseoir Au haut dois, si que bien veoir 
Le pouvoit on de toutes costes. Clamondine in son destre les Li list; car 1a cou- 
stulne estoit Adont 60111 ainsi le faisoit. 
6) Trist. p. 426, 9: Diu want was Wiz ebn unde sleht: Daz ist der durnähte 
reht, Der wize und ir einbmre schin Dern sol niht missemälet sin. An ir sol ouch 
kein arcwän Weder bühel noch gruobe hän. 
7) Renner 17348: Schöne gemelde an lmlast Wenden. 
8) Ren. de Montauban p. 6, 9: Reluisent 1e palais ki tot sunt painture; 
p. 14, 9: Et entra en 1a, chzunbre qui bien fu painturee.  Dolopathos p. 364: 
Dedans une graut chambre painte. Cf. Blancandin 1634.  Aye cPAvignon p. 78; 
Ens une chalnbre painte de Pevre Salemon.  Ohast. de Coucy 435: En 1a, salle 
qui fu bien painte. 
        

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