Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995543
Turnierplatz. 
Pferdeställe. 
Paulas. 
noch ein Platz für die ritterlichen Uebungen reservirt'). So ist in 
Schloss Schönburg in der Vorburg ein 11[3 Morgen grosser Raum 
von den Mauern mit eingeschlossen (Stapel, Burgenbau). Ging es 
nicht an, den Platz in der Burg selbst unterzubringen, so wurde er 
wenigstens in die nächste Nähe derselben verlegt 2). Da übten sich 
die Knappen und Ritter in den Waffen, turnierten, und die Damen 
sahen von den Fenstern aus ihren Kampfspielen zu 3), wenn auch oft 
die Lanzensplitter bis an den Palas flogen 4). 
In der Vorburg sind noch die Pferdeställe untergebracht 5). Die 
Pferde des Herrn und seiner Gäste aber standen wohl in dem Mar- 
stalle der inneren Burg G) und bekamen Korn und Heu und eine 
gute Streu von weichem Stroh 7). Futtersäcke hat n1a11 bloss dann 
gebraucht, wenn keine Krippe vorhanden wars). Die Aufsicht über 
die Pferde war dem Marschalk übertragen. 
Die Wohngebäude der Herrschaft stehen in der inneren Burg 
und sind in der Zeit, welche wir hier im Auge haben, wohl meist 
von Stein erbaut. Je nach der Zahl der Bewohner War bald ein, bald 
mehrere solcher Häuser erforderlich, die gewöhnlich mit dem Namen 
"Palas" bezeichnet werden 9). In dem Palas liegen die Küchenräume 
1) Karl Meynet 229, 62: Bynnen der burch up dem hove Reyden knapen mit 
groessem love, Stechen und joesteren Mit dry hunderten ofte veren Beyd umb 
prys unde ere.  Engelhard 4662: Ein rine was üf des hoves plän S6 12m0 und 
wit gesetzet. 
2) Willeh. 197, lff.  Cröne 15461: Er Wolte vor dem palas mit ime gern 
gestriten haben; Doch muoste er über den burcgraben.  Titurel 618, 3: Vor 
einem tor ein witer hof gelenget Lit W01 in sulcher mazze, daz man ein ors dä, 
vom rabin ersprenget. 
3) Nib. Z. p. 21, 2: Swenne üfme hove wolden spilen dä. diu kint, Riter unde 
knehte, Daz saeh vil dicke sint Kriemhilt durch diu venster, diu kuniginne 11er. 
 Parz. 69, 16: Diu riterschaft sö nähe was, Daz die frouwen ab dem laailas W01 
sähn der helde arbeit. 
4) Nib. Z. p. 6, 4, 3: Trunzüne sach man vliegen für den palas. 
5) Froissart III, cap. 24: On eonqueta 1a. basse cour et tous leurs ehevaux.  
König Rother 1092: Die recken stallethi ir ros Unde geherbergetin üife den hof. 
6) Cröne 20586: Gein einem palas kärte er hin, Ze einem kluogen marstal 
Bi einem wünneclichen sal: Dä, liezen sie diu pferde sten Bi einander. 
7) Cröne 14854: Er gie von dem töten ab dem sal In die bure gein dem 
marstal, Dar inne er sin ors lie. Als er in den stal gie, Er 17311111 S311 Ors bi dem 
barn: Dem was W01 mit gevarn Von höuwe und von kreftigen korn, Und was 
ime von weichem storn Höch geströut unz an die büege. Vgl. 28-798. 
8) Ludwigs Kreuzfahrt 3404: Ich wene um einen fuetersae Er wolde einen 
gantzen tac Sieh slahen mit den heiden. 
9) Kudr. 1145: W01 siben palas riehe und einen sal vil Witen; 1542: Man 
hiez in Wesen meister der vierzie türne guot Und sehzic sale witer, die stuonden
        

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