Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995526
Ünh 
Ausqä 
zur Nachtzeit nur wer sich als Freund legitimiren konnte l). Deshalb 
müssen sich die Galans nicht nur mit dem Tlhurniwachter gut stellen, 
sondern auch den Pförtner zum Freunde haben, damit der sie heimlich 
bei Nacht hinein- und hinausschlüpfen lässt. 
War die Burg trotz aller Festigkeit der Fortiiication, trotz der 
tapferen Vertheidigung doch endlich von den Feinden erstürmt worden, 
so war es für die Besatzung von grossem Werthe, wenn ein geheimer 
unterirdischer Gang existirte, der ihr im äussersten Nothfalle ein un- 
bemerktes Entschlüpfen ermöglichte. Im Walewein (7889-8420) wird 
ein solcher Gang (duwiere) beschrieben, und auch Renaus de Mon- 
tauban rettet sich und die Seinen, indem er, als die Burg von Montauban 
unhaltbar geworden ist, durch eine "bove" entflieht 1). 
Wie schon am Anfange dieses Abschnittes bemerkt worden ist, 
wird die Fortification der Burg immer als wesentlichste Hauptsache 
laehandelt, die wohnliche Einrichtung derselben kommt erst in zweiter 
Linie in Betracht. In der Vorlaurg wurden die Wirthschaftsgebäude 
untergebracht, da standen Scheunen und Viehställe, waren die Woh- 
nungen für Kirechte und Dienstleute. Auch der Garten lag, wenn es 
die Oertlichkeit erlaubte, innerhalb der Befestigung. Zuweilen hegte 
man Wohl auch beträchtliche Strecken Landes mit Mauern ein und 
zog sie so in den Rayon der Festung. Ganze Waldstrecken, Teiche 
und Seen, Thiergiirten wurden so umnntuertil), indessen scheinen 
diese Anlagen mehr zu Lusthitusern als zu befestigten Burgen gehört 
1)  (1.11. p. 78: YViHeh-uhn quzun dar gegzrn, Mit sime swcrte 
ldopüt her an. Der wechter rief: „ki e lau?" ln fmnzoys sprach der helt su: "Gid 
sun Willmlln akurnoys."  Vgl. Ottokar v. Steyer DOX: D0 ward hin in ge- 
stigen, Daz ez laelaib verewigen Den zirkern und der wacht.  
2) Ren. d. Mont. p. 361, 12: Or venes ei ruval, 1er. 1a 1aoste, foir; Pur tuns 
treverons bove pau- ou porrons issir. Vielle est de tans dänage, si conr porez veTr. 
Si ens somes entrez, por voir 1e puis gehir, E1 bois de 1a. Serpente porrons sem- 
pres venir; 38: Renabus entre en 1a bove, demorelnent n'i quist, Droit devant 10 
premier cerges alumer üst, Dont i1 eurent clarboi, dont nus ne 1'011 mahnist. 
3) Erec 7131: Ez het der kunec umbe den se W01 zwi mile oder me Des 
Waldes in gevangen Und mit müre unrbegangen.  Oftonis Frising. (resp. Rage- 
wini) Gesba. Friderici 1V, 76: Apud Lutram domum regalem ex rubris lapidibus 
ihbricatzun non minori muniücentia accurzbvit. Etenim ex una. parte muro for- 
tissinlo eam amplexus est, znlizun partem piscina ad instar lzuisus circumüuit, piseium 
et altilium in se eontinens omne delectamentum ad pnscenduln mm Visum quam 
gustum. Horbum quoque habet contiguum cervorum et capreolorum copiam nu- 
trientem.  Guill. de Palerne 64: Desous 1e maistre tor marbrine Ot un vergier 
nrerveilles gent, Tot clos de mur et de eyment; S'i ot nrainte sauvage beste.  
U. Trist. p. 532, 17: Dü weist wol unser warte D51. was der tiergarte.
        

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