Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995519
Thurnlwäclüser. 
Thunnes war für den Wächter bestimmt 1), der von den Zinnen aus 
Tag und Nacht die ganze Unigegend im Auge behielt und, sobald er 
etwas Verdächtiges bemerkte, sofort die Besatzung warnte 2). Er von 
seiner hohen Warte aus sieht zuerst das Grauen des Tages; er ist 
deshalb der Vertraute aller (lerer, die um heimlicher Liebe Willen sich 
in die Burg eingeschlichen haben und die vor Anbruch des Morgens 
sich wieder entfernen müssen. Mit seinem Gesange kündigte er den 
Bewohnern täglich an, wann die Sonne aufging und es Zeit zum 
Aufstehen war 3). Gewöhnlich stösst er wohl in sein Horn und bläst 
die Reveillell). 
Auch auf den anderen Thürmen der Burg waren Wachtposteil 5) 
aufgestellt, die sich die Nacht hindurch, wohl um sich wach zu er- 
halten, zuriefen G), oder Schalmeien, Hörner oder Posaunen bliesen 7), 
kurz beständig Zeichen ihrer Wachsamkeit gaben. Eingelassen wurde 
1) En. p. 194, 26: Die üf deme torne siuzen Üf dem oberesten hüs. 
2) H. Troj. 1295: Des morgens do es tagete Der weehter mere sagete; Er rief 
von den zinnen: ,Ich sehe dnz lant brinnen." 
3) H. Troj. 4178: Der wechter uf der zinne saz, Sine tageliet er sanc, Daz im 
sin stinnne erklanc Von grozine done; Er snnc: „ez taget schone; Der tag der 
schinet in den sal, W01 uf ritter uber a1, W01 uf ez ist tag." Vgl. 6655.  
Anelier, Guerre de Navarre 1445: E quant vene lendema que'l gaita de 1a tor 
Escridet autzunentz que paria Talbor. Cf. 3669. 
4) Perc. 35510: Desi qifal matizi que li gans Canta. et 1a gaite cornap; 41655: 
Que 1a, gaite 1e jour 001'110, Au matin, quant il ajourna.  Garin I, p. 219: Li 
uube creve et li jors eschuit    Li gaite corne qui les chalemiaus tint.  
Gauvain 2549: La gaite, qui le jor corna. 
5) S. Oswald 1587: Üf iegelicheln turne ein wahtaere, Alsö geloubet mir der 
maere. Dar üf si tac und naht wären; Der burc sie ouch gar schöne "pflügen.  
Vgl. Athis D. 62: Vil wachtere üf trätirx Unde bewartin sie vor diebin.  Rom. 
de Troie 12495: La nuit se font eschalguetier.  Guiart, Branches I, 1816: (Richard 
Coeur-de-Lion) Douteus qu'on ne le soupreist, Eschaugaitier en toutes places 
Nuit et jour de serjanz ä, maces Et par ehaleui- et par froidure. Geste coustume 
encore dure Et dnim.  Zuweilen mussten selbst Gefangene den Wachtdienst 
versehen: Gr. Wolfdietr. 1315: D0 hand sie dir gefangen dine dienstman, Ir zwen 
zusamen geschmidet, die müszen nahtes gen Uf der mure umbe schiltwähter 
wesen. 
6) Anelier, Guerre de Navarre 3079: Tota 1a. nuyb audiratz las gaitas far 
maint crid. Vgl. 3524. 3305. 3515.  H. Troj. 5195: Er schrei also sere Daz alle 
die wechtere, Die uf den zinnen stunden, Schrigen begunden. 
7) Perc. 18563: Les gaites oient qui cornoient Et buisines qui fresteloient. 
 Rom. de 1a Rose 1502: Quant il seet, Quül doit päbr nuit faire le guet, I1 
11101159 le S011 3,8 creniaus Et atrelnlae ses chalelniaus Et ses buisines et sag cm; 
Une hore dit läs et descors Et Rnnnvz dons de controvaille As estives de Corno. 
aille; Autrcfois dit {L 1a Häustc, Cbnque ne trova juste.
        

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