Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995429
Barbacane. 
Wenn es die Localität gestattete, erschwerte man die Annäherung 
an das Burgthor noch durch Aussenwerke. Auf der Zugbrücke, wenn 
der Graben sehr breit war und man einen Brückenpfeiler aufführen 
musste, wurde ein fester Thurm gesetzt, der mit Fallthor und allen 
sonstigen Vertheidigungsmitteln ausgerüstet war 1). Wenn dann 
die erste Zugbrücke erstürmt, der Thurm erobert war, retirirte sich 
dessen Besatzung über die zweite Zugbrücke nach dem eigentlichen 
Thore, die Brücke wurde aufgezogen und so hatte der Feind mit vielen 
Opfern doch nur einen kleinen Vortheil erkauft. Eine derartige Anlage 
linden wir bei Schloss Wildenstein, an der Donau nahe bei Mösskirch 
gelegen (Zeiler, Beschr. d. Schwabenlandes, Taf. z. S. 100). (S. Titel- 
blatt.) Viel bedeutender war der Schutz, welchen die Barlmcane 
gewährte 2). Jenseits des Burggrabens wird ein kreisrundes Werk 
aufgebaut; starke, von Gräben geschützte Mauern umschliessen den 
runden Hof; ist es nun wirklich dem Feinde gelungen, die Zugbrücke 
der Barbacane zu erobern, sich des Thores zu bemächtigen und in 
den Hof einzudringen, so kommt er unter das Kreuzfeuer der hinter 
den Zinnen der Mauer gedeckten Besatzung. Die Verbindung mit 
dem Thore ist durch zwei Parallelmauern hergestellt. 
Da das Thor der Barbacane seitlich, nicht der Ausmündung des 
Corridors gegenüber angelegt ist, können die Angreifer denselben 
1) Dämantin 10416: Där (auf der Brücke) was üf gemachet sunder wän Ein 
bergfred michel unde gröz. Ein valtor där nedir schöz. Swer obir den borg- 
grabhi quam gerant, Der Wart gevangen alzuhant.  Titur. 2298: Daz Wazzer über 
larucket wart mit holtze riche, Als ob ez wer gezucket uz einer lade W01 beben- 
decliche; Ein wichhus reht enmitten druf mit porten, Daruntler wzu-n liste ver- 
borgen, die zur mventür gehorten.  
2) Parz. 376, 13: Daz ieslich zingel muose 115111 Ze orse üz dri barbig-Zmn; 
385, 23: D6 zuct in min hör Gäwän In Brevigariezer barbigfm.  Oberti Ann. 
Januenses 1171: Et alter murus, quod appellabitur barbacana, levzubitnr arbitratu 
boni viii.  Matthaeus Paris 1188 (bei der Belagerung von Sylvia in Portugal): 
Deinde die tertia muris approlainquantes insultum fecerunt acerrimum, subnrbiuni 
irruperunt, fontem etiam duplici muro circumdintum habentem bnrbecannm novem 
turribns circumseptum, a quo cives haurire solebant aquae abnndäntiam, tei-m, 
11m0 et lapidibus obstruxerunt.  Ann. Parmenses majores 1313: Et porta de 
Scagarda cum barbacana facta. fuit.  Villehardouin, Conqu. 171: Et drecierent 31. 
une barbecane deus eschieles.  Der h. Ludwig lässt an der Nilbrücke eine Bar- 
bakane bauen, Joinxxrille c. 294 ff.  Alixandrc p. 214, 22: Les rices barbncanes 
par mestrie fondäes Ä grans bovions de fer et ä, plonc saieläes.  Ghana. d'An- 
tioche II, 14: Les barbacanes copent entour et environ, Dusquäil maistre fossd 
n'i ot arestison.  Jord. Fantosme 657: Lur barbecan tenir e chalangier.  Elic 
de St. Gille 1318: Les une barbacane.  Durmars 4345: Plus de -vij- lices u. 
passees Et bzn-bakanes bien fermees Et si voit n. chascnne lice Porte ferree coUeice.
        

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