Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995391
Fallgitter, 
Thurme 1) oder, und das ist die Regel (s. Viollet-Le-Duc VII, 314), 
die Thorhalle wird von zwei Thürmen flankirt, oft sogar noch von 
einem Thurm selbst überragtQ), so dass die Befestigung des Thores 
in der That einer kleinen Burg verglichen werden konnte 3). 
Schlimm stand es immer um eine Burg, wenn die Zugbrücke, vom 
Feinde losgerissen, niedergefallen war und der Zugang zu dem Thore 
nun oiTen stand, wenn die starken, mit eisernen Ketten verwahrten 
Thorflügel endlich nachgaben und so der Eingang in die Festung 
erstürmt war. Alles war aber auch in diesem Falle noch nicht ver- 
loren, da man noch ein sehr wirksames Vertheidigungsmittel zur 
Verfügung hatte. Es ist dies das Fallgitter (slegetor 4), schoztorö), 
nmd. seotporte 6), valp0rte7), afr. porte colante S), porte coleice"), nfr. 
herse). Schon die Römer hatten die Cataracta gekannt und ange- 
wendet (Vegetius l. IV, cap. 4), ein aus Eisenstangen geschmiedetes 
oder aus starken Balken gezimmertes schweres Gitter 10), welches hoch 
emporgezogen werden konnte und dann den Eingang in das Thor 
bi im behielt.  Zwei Schlüssel abgeb. b. v. Hefner-Alteneck, Kunstwerke und 
Geräthe I, T. 64. 
1) Lanzel. 3607: Si kerten gein dem burgetor Üf die brücke, diu darvor Über 
ein dreetez Wztzzer gie; Einen hohen turn gesähen sie Dä mite daz tor was über- 
zogen. Er hete dri swibogen, Dä die liute durch riten. 
2) Alexanderl. 1181: Di porte hete dri turne. 
3) Troj. 17378: Ein hure ob iegelichem tor Stuont vil harte wunneclich. Dar 
in gezogen hete sich Ein fürste biderbe unde snel. 
4) Iwein 1080.  Wigal. p. 118, 17: Ein slegetor was gerihtet Von den phi- 
laem enbor: Dä. was geheftet an daz tor. Als daz tier zuo gie, Der portenaere 
ez sigen lie Und haftez üf die brüeke nider. 
5) Cröne 27512: Irne wart mit ernste verseit An der brüeken diu übervart, 
Wen sich diu porte verspart Mit einem vesten sehoztor. Cf. 27554. 
6) Lanceloet II, 19093. 
7) Eneit p. 136, 38: Die valporten heten si üf gezogen Und giengen ze were 
stfm.  Vgl. Lane. II, 22739. 
S) Rom. de 1a Charrette 2338.  Chev. an lyon 919: Ensi desns 1a. porte 
estoient Dui trabuchet qni sostenoient Ainont une perte colzmt De fer esmolue 
et tranchant. 
9) Perceval 36144: Une graut porte eouleice Laissa eouler tout eontreval (so 
dass dem Pferde des Saigremors der Schwanz abgequetscht wird).  Blancandin 
857: Devant les laortes sont les lices Et les grans portes couleices. 
10) Aegid. Rom. 1. III, p. III, cap. 20: Ante huiusmodi portam ponenda est 
catheracta, pendens annulis ferreis nndique eciam fermta, prohibens ingressum 
hostium et incendium ignis. Nam si obsidentes vellent portas munitionis suceen- 
dere, cathemcta, quae est ante pdrtam, prohibet eos. Rursus supra catheractam 
debet esse murus laerforatus, recipiens ipsam, per qnem locum poterunt laroiiei 19.131- 
des, emitti poterit aqua ad extinguendum ignem, si contigerit ipsuul ab obsiden. 
tibus esse appositum.
        

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