Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000216
Krönung des 
englischen 
Königs. 
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Papst Calixtus dar, Taf. VI in einer Reihe von Bildern die Krönung 
Heinrichs VI. durch Papst Coelestin III. Bei Gelegenheit der Beschrei- 
bung der Krönung des Königs Andreas von Ungarn erwähnt Ottokar 
von Steier auch den Reichsapfel 1).  
Richard Löwenherz liess sich zweimal krönen, einmal bei seinem 
Regierungsantritt, dann, als er aus der Gefangenschaft heim kam. 
Die erste Krönung finden wir bei Matth. Paris 1188 geschildert. Der 
König kommt zu diesem Zwecke nach London und wird am 3. Sept. 
1189 von den Erzbischöfen, Bischöfen, Aebten und Klerikern, die alle 
Chorkappen angelegt haben, und denen das Kreuz vorangetragen wird, 
nach Westminster zum Hochaltare geführt. Mitten unter den Bischöfen 
und Geistlichen schreiten vier Barone, die Leuchter mit brennenden 
Kerzen in den Händen führen, dann zwei Grafen, deren einer das 
„sceptrun1 regale in cuius summitate signum erat aureumm), der andre 
die „virga1n regalem habentem in summitate columbam" vorantragen; 
darauf drei Grafen mit den Schwertern aus dem königlichen Schatze, 
sechs Grafen und Barone, welche einen Kasten (scacarium) mit den 
königlichen Gewändern bringen. Ihnen folgt der Graf von Chester 
(Cestriae), der die Krone dem Könige vorträgt, endlich der König selbst, 
rechts und links e von einem Bischofe geleitet 3). Vier Barone tragen 
über ihm einen Baldachin aus Seide mit vergoldeten Stäben. Am 
Altare angelangt, schwört Richard Gehorsam der' Kirche, Treue dem 
Gesetze, und wird dann bis auf das Hemd und die Unterhosen ent- 
kleidet. Das Hemd ist auf der Schulter aufgetrennt. Der König steht 
1) Ottokar CCCLXXXVI: D0 chront er sew schon Mit sand Stephans chron 
Und gab dem kunig zehant Daz zepter in die hant Und den epphel guldin. 
2) Benedict-us Petroburg. (ed. Stubbs II, 81): „in cnius summitate signum eru- 
cis aureum erat. 
 3) Benedict von Peterborough schildert (a. a. O. 80) den Zug folgenclermassen: 
Voran schreiten Kleriker, mit Alben bekleidet, die Weihwasser, das Kreuz, Kerzen 
und Rauchfässer tragen; dann die Aebte und nach diesen die Bischöfe. Untcr 
den Bischöfen gehen die vier Barone mit den Lichtern. Darauf kommt der Mar- 
schall Johannes, der zwei grosse und schwere Sporen aus dem königlichen Schatze 
in seinenl-Iänden trägt, und Gottfried de Luci, welcher denköniglichen Hut bringt. Die 
Träger des Stabes und Scepters sind der Marschall Wilhelm Graf von Stirling und 
der Graf Wilhelm von Salisbury. Die drei Schwerter mit goldenen Scheiden, aus dem 
königlichen Schutze, werden von David, dein Grmfen von Huntingdon, dem Bruder 
des Königs von Schottland, dem Grafen Robert von Leicester und dem Grafen 
John von Glocester getragen. Nach den königlichen Gewändern kommt Wilhelm 
von Mandeville, Graf von Albemarle, mit der Krone; zur Seite des Königs der 
Bischof Hugo von Durhzun und Reginald von Barth. Den Schluss der Procession 
bilden Grafen, Barone, Ritter, Geistliche und Laien.
        

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