Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000203
510 
VII. 
des deutschen Kaisers. 
Krönung 
Steigbügel, setzt sich die Krone auf und tritt in die Procession ein. 
Der Kaiser folgt ihm [dem Papste] mit seinen Begleitern, und dem 
Kaiser folgt die Kaiserin mit ihren Begleitern. Dann folgen die übrigen 
Barone. Alle Geistlichen der Stadt singen jeder an seiner Stelle, wie 
es Sitte ist, Lobgesänge. Auch die Juden an ihren Orten. 
Die Stadt wird bekränzt; alle Glocken läuten; Kämmerer des Kai- 
sers gehen voran und folgen nach, damit der Zug der Reiter nicht 
gestört wird, und werfen Münzen aus. Sobald sie zum Aufsteigeplatze 
gelangt sind, stimmt der Cardinal-Prior von San Lorenzo fuori le mura 
den Lobgesang an, wie es Sitte ist, und die Uebrigen respondiren. 
Darauf steigt der Kaiser ab und hält, nachdem er die Krone abgelegt, 
dem Papste beim Absteigen den Steigbügel. Dann wird der Papst 
vom Kaiser und dem Stadtprafecten in die Kammer des grösseren 
Palastes geführt, wo sie sich trennen. Die Kaiserin aber wird von 
dem Primicerius und dem Secundicerius der Richter zur Kammer der 
Kaiserin Julia geführt, wo sie mit den Bischöfen und Baronen speisen 
muss. Die Kämmerer des Kaisers mit dem Kämmerer des Papstes 
geben allen Ständen des h. Palastes Geschenke, während der Papst 
und der Kaiser in ihren Kammern ruhen. Darauf speist der Kaiser 
zur Rechten des Papstes sitzend, die Anderen sitzen jeder an seinem 
Orte. Nach dem Essen steht einer der Diaconen, dem es der Archi- 
diacon befohlen hat, auf und liest die Lection; danach stehen die 
Sänger auf und singen, was sie gewöhnt sind. Nach dem Gesange 
stehen alle mit Danksagungen auf. Der Papst geht in seine Kammer 
zurück, der Kaiser nach der Kammer der Julia."  
Zur! feierlichen Krönung gehört nothwendig die Salbung durch 
Priesterhand 1). Petrus de Ebulo beschreibt ausführlich (del Re, Gro- 
nisti sincroni I, p. 410) die Krönung des Usurpators Tancred, welche 
der Papst in Rom 1190 vollzog. Zuerst werden mit dem heiligen 
Chrysma beide Hände gesalbt, damit der König beide, das alte wie 
das neue Testament siegreich zu tragen vermag; dann die Arme, 
Schultern und die Brust, und dabei spricht der Papst die Worte: 
zum Gesalbten des Herrn salbte dich Gott (in Christum Domini Te 
deus unxit). Darauf erhält er das Reichsschwert, dann das Scepter 
und den Ring, endlich die Krone. Die Miniaturen der Handschrift 
des Petrus de Ebulo, welche del Re im ersten Bande des genannten 
Werkes mittheilt, stellen Taf I. die Salbung des Herzogs Roger durch 
Chev 
12262: 
espees 
Et en 
upres le 
murona Et enoing.
        

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