Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000112
Ausschnlückung 
der Stmsscn. 
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ders die Wandteppiche dienten zu diesem Zwecke 1), und wer keine 
seidnen Steife besass, der behalf sich wohl auch mit geringeren Wollen- 
zeugen 2). Die Sitte, die jetzt noch bei solchen Feierlichkeiten beob- 
achtet wird, geht also auf jene alte Zeit zurück, nur dass man heute 
oft genug gebrauchte Fussteppiche zu diesem Zweck verwendet, wäh- 
rend unsre Vorfahren mit den schön gesticktem oder gewirkten, far- 
benreiehen Wandumhängen ihre Häuser festlich schmückten. Ehren- 
pforten wurden erbaut, von einem Hause zum gegenüberliegenden 
waren Stricke gezogen, mit Laub 3) und Lorbeer bewunden, mit 
kostbaren Seidenstolfen, ja mit goldnen und silbernen, edelsteinbe- 
setzten Schmucksachen behängt. Als der unglückliche Konradin von 
Schwaben in Rom einzog, waren alle Strassen derart herrlich decorirt 
(Saba Malaspina, Rer. Sicul. lib. IV, c. VI). Räucherpfannen ver- 
breiten köstlichen Geruch 4); die Strassen sind mit Laub und Blumen 
bestreut 5); alle Glocken läuten 6). 
rufer (huehäor) zum Einzug seines Sohnes die Stadt zu schmücken. Dolop. p. 100: 
Et bien soit In, rue mondee Essuiee et nette et pavee De riehes pailes portendue 
Hautement contre sa, venue. 
1) Cröne 378: D21 was selten kein hüs, Ezn waere wol lieh-engen Mit sidin 
lachen langen Und anders W01 beräten Daz die bürger täten Ir herren ze liebe.  
Lanc. I, 13251: Als hi quzun gevztren, hi vant die straten Scone ende wel berect 
utermaten, Behangen met sidinen cleden Ende niet andren sierheden.  C160- 
mades 16256: De dras d'or et de soie estoit La, cite couverte et paree. Cf. Dolo- 
pathos p. 105. 
2) Karlmeinet p. 208, 33: Hey vant in slaeffender IIIELGSSBD De gassen in de 
straessen Mit pellen entgaen en gehangen. De dar neit erlangen En kunden pel- 
len noch samyt, De hengen grone ind brunyt Usser den loven van den husen. 
3) Durmars 15385: Dedens la. cite sunt entrees Laiens sunt les cloehes sonees 
Par ces glises inolt hautement. Les rues sunt plaines de gent Et si sunt bien 
encortinees De vertes foillies ramees Et de porpres et de cendas. 
4) Otto Frising. Contin. Sanblas. 40 (Heinrich VI. zieht 1194 in Palermo ein): 
Tote eoronatur civitas tapetibus sertisque diversi generis et pretii, eompita illu- 
strantibus, thure, myrra aliisque speciebus odoiriferis intus et extra civitatem re- 
(lolentibus plateis.  Rom. des sept sages 691: Li saint sonnerent hautement, Les 
rues font encortiner, Lors espandre et enpiumenter, Les pos emplirent de brasier, 
Encens dedans et üamboier. 
5) Guill. de Palerne 2924: Encontre lor avenement Totes sunt jonchies les 
rues etc.  Auberi p. 157, 9: 'l'outes les rues iirent encortmer Et a, 1a terre font 
les herbes ieter. Et encousiers font eneens embraser; Encontre vont eil vaslet be- 
horder.  Eree 2354: De ionc, de mentastre et de glai Sont totes ionchies les rues. 
6) Rom. de Rou 3335: N'0ut capelle en 1a, ville," oü il eust cloehier, U le glas 
ne u sunast por li Roiz essaueier.  Parise p. 85: Ä grant procession sont au 
devant ale Et ont fait toz les sainz de 1a vile soner.
        

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