Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1000078
Brauthuhn. 
Morgengabe. 
Kirchgang. 
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hörigen gratulirten und wünschten ihnen alles Gute  Die Kämmerer 
bringen mittlerweile die Kleider 2), und dann wird vor dem Kirch- 
gange noch ein kleines Frühstück 3), das Briutelhuon 4), verzehrt. Da 
ausserdem die nächsten Verwandten an dem Imbiss, bei dem auch Brot 
und Wein genossen wurde, theilnahmen, so mussten schon des Anstands 
wegen die derangirten Betten erst wieder einigermassen geordnet 
werden 5). Der junge Gatte machte darauf seiner Genlalmlin ein statt- 
liches Geschenk, die Morgengäbe; Siegfried schenkte der Kriemhilde 
den Nibelungenhort Ü). 
Man geht dann zur Kirche, und wenn die Gesellschaft zurück- 
gekehrt ist, beginnen wieder die Belustigungen; es wird getafelt, 
junge Knappen erhalten das Schwert 7), dann schaut man den Kampf- 
spielen zus), und so vergeht die Zeit. Endlich ist das Fest vorüber, 
lac Sie sprachen „w0l üf, ez schinet höhe der tac". Die vürstin üz dem släfe er- 
Schricte harta Sie sprachen „wä ist daz hemdel komen, Daz liez wir iu nehten; 
wer hat iuz genoinen?"  Apollonius 5958: Sie lägen schöne unz an den tac 
Mit annen umbevangen. Dö kom zuo ir gegangen Ir muoter, Antoniä; Mit süezer 
armoniä Sungen" vor ir zwei meidelin; Süezer kunde niht gesin Herpfen oder 
gigen. Sie enwolden nilit geswigen Unz daz der herre entwaehte. Lieplicli dö 
lachte Ein friunt den andern an: Sie liebez wip, er lieber man. 
1) Die Teufelsacht 91 (vdHagon, Ges-Abent. II, 132): „Got grüez" iuch, kin- 
der! Ros unde rinder, Korn unde win Beseher iu unser trehtin! Szelde unde heil 
Guotes ein miehel teil Immer äwicliche Und ouch sin hhnelriche Teile er mit iu 
beiden." 
2) HvF. Trist. 850: Si nam Tristandes wane brut Und leget ir richiu kleider 
an, Als sie beste molite han Und bant si nach der briute site. 
3) HvF. Trist. 857: Ze briute labe stiuwer Ein petit menschiuwer.  Mätrner 
XI, 2 (HMS. II, 241): Ez mak wol eurteis povel sin, Pittit mzmgier ist im gesunt. 
4) Lohengr. 2398: Daz lariutelhuon daz truoc man in, Dä, mite so quämen 
der keiser und die keiserin. Seht ob er dä. dö iht in wirden saeze. Daz priutel- 
huon mit vreuden wart Hie verzert.  UvdTürl. Willi. d. H. p. 150: Nu quam 
di kuninginnen san, Dem markis liez si niht an E virzert Wart der ininne hun.   
Der inarkis von dem bette gaht, Nu wart riche present braht Kyburge an daz 
bette hi.  Grimm, RA. 441. 
5) Die Teufelsaeht 203: Diu Wirtin gie mit guoten siten Und nam die bette, 
diu zeriten Waren, von ein ander nider Und leite si vil schöne wider. 
6) Grimm, RA. 441.  Nib. Z. p. 169, 6: Daz diu küneginne den grözen hort 
gewan Von Nibelunge lande und fuort in an den Rin: Ez was ir morgengäbe, er 
solt ir wol von relite sin.  Lohengr. 6831: Der keiser und diu keiserin Dä. zuo 
der keinenfzten wirren komen in. Diu morgengab nü rilich wart benennet.  
Cleomades 11708: Ülaramondine enpense avoit K'Zi Cleomades rouvera -I- don et 
ele li rouve; Et il le don tout erramnent Li otroia moult liement. 
7) Nib. Z. p. 97, 7: 400 Ritter.  Kudr. 1067: D6 waren ouelfdie künege 
gewihei; nach ir e, m wurden swertdegexxe vünf hundert oder me.  Lohengrin 
macht 100, der Kaiser 500 zu Rittern, Loh. 2403 HI  Ottokar DCXXXVIII. 
8) HVF. Trist. 840 ff. 
Schultz, höf. Leben. I. 32
        

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