Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999928
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VII. 
Brabutwerbung: 
Mitgift. 
auf die bereits überreichten Briefe (litterae auro bullatate). Der läönig 
verlangt Bedenkzeit, lmrathet mit den Grossen des Landes und giebt 
am 27. Februar (III. Cal. Martii) seine Einwilligung. Auf Bitten der 
Gesandten wird Isabella, die einundzwanzig Jahre alt ist, aus dem 
Tower nach Westminster geführt, und da sie den Abgesandten des 
Kaisers gefällt, so beschwören sie Namens ihres Herrn die Heirath 
(confirrnarunt matrinionium in aniinam imperatoris interpositi jura- 
mento), stecken ihr den Verlobungsring an (annulus sponsalis) und 
rufen: „es lebe die Kaiserin". So erzählt Matthaeus Paris die Werbung. 
Nach den urkundlichen Stipulationen ist bereits am 22. Februar ein 
Heirathscontrzict festgesetzt worden. König Heinrich verspricht seiner 
Schwester dreitausend Mark bester Sterlinge, ausserdem eine volle 
Ausstattung, Gold- und Silbergeräth, Gefasse, Pferde, wollene und 
seidene Tücher. In einer andren Urkunde sichert Petrus de Vineis 
ihr eine angemessene Morgengabe zu 1). Nach Ostern (8. April) schickt 
darauf der Kaiser den Erzbischof von Köln und den Herzog von 
Löwen (Lovaniae) nach England, die Braut abzuholen. Sie erhält von 
ihrem Bruder ausser kostbaren Schmucksachen goldnes und silbernes 
künstlich gearbeitetes Tafelgeschirr; auch die Kücheneinrichtung, die 
zur Mitgift gehörte, war sehr kostbar 2). Daher legten die Fürsten 
auch eine Beisteuer zur Ausstattung der Prinzessinnen auf da sie aus 
eignen Mitteln solche Ausgaben nicht machen konnten oder wollten 
(vgl. lnquest of Sherifs 1170, VII: Et inquiratur de auxilio ad mari- 
tandam iiliam regis; s. Bened. Petroburg. II, p. clvij). Die heilige 
Elisabeth bekam zu ihrer Ausstattung gleich eine silberne Wiege und 
ein silbernes Badewännchen mit 3). 
1) Friderici II. et Heinrici Constitutiones. Er verspricht als dodariuln, valleln 
Mazariae ut honorem Montis sanoti Angeli etc; "Promisi ego laraeterea    quod 
ipse dominus meus imperator die nuptiaruln, prout iuris et IIIOTiS est, per annu- 
lum zussignubit eidem dominae dodariuln supradictunl." 
2) Matth. Paris: In annulis autem et monilibus aureis cum gennnis preciosis, 
in scriniis et lahaleris et aliis muliebribus ornamentis, necnon in copioso thesnuro 
nuri et argenti et equis et eomitatu    ditabatur. Vasa. etimn omnia mm vina- 
via. quam ferculzmria ex auro et argento opere excogitato fämblicata innulnerzmbilia. 
resplenduerunt, quorum materizun superabab opus, immo etianl ollae et vasa. co- 
quinaria, urcei et vasa, vinaria, disci et vasa cibaria argentea nituerunt.  Cf. 
Annales Placentin. Guelü 1185: Post circa. Kalendas Julii predictus imperator ivit 
cum Theothonicis et cum aliquantis Lombardis ad accipiendunu dominzun Con- 
stantialn, amitaln regis Guilehni de Apulia, in nurum et uxorem Anrici regis 
ülii sui, et habuit ex eu plus 150 equos honeratos auri et argenti et xamitorum 
et paliorum et grisiorum et vmiorum et alizu-um bonarum rerum.  
3) H. Elisabeth 49T.
        

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