Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999808
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Andenken 
Geliebte 
diese einmal ihrem Gelnahle untreu Wird, so Will sie dies doch nur 
des tüchtigsten, berühmtesten Helden wegen thun. Ein gewöhnliches 
Geschenk war es daher, dass sie ihrem Geliebten ein Stück von ihren 
Kleidern geben, welches denselben in den Kampf begleitet und sodann 
deutlich Zeugniss von seiner Tapferkeit ablegt. So legt Gahmuret 
das weissseidene Hemd seiner Frau Herzeloyde bei dem Turnier an, 
und sie trägt es dann wieder (Parz. 101, 9 ff), Obylöt, zu deren Ehre 
Gawän kämpfen will, giebt ihm als Liebespfand den linken Aermel 
ihres Kleides; Gäwan befestigt ihn an seinem Schilde und bringt ihn 
zerhauen und zerstochen aus dem Kampfe zurück, worauf die Dame 
ihm zu Ehren den zerrissenen Aermel trägt (Parz. 390, 20 Hi; Cröne 
18015). Dem Ritter einen Aermel zu verehren, war eine, in Frank- 
reich wenigstens, ganz gewöhnliche Sitte; es Waren dies die weiten, 
lang herabhängenden Prachtärniel (strichen, mouwen, afr. mance), die 
an den Kleidern nur angeschnürt getragen wurden (s. S. 190 iil). Diesen 
Aermel zog der Ritter entweder selbst an 1) oder befestigte ihn an 
seinem Helme 2), am Schilde 3) oder an der Lanze 4). 
1) Alix. p. 122, 21: Une mancc ridee, plus blance que n'est nois, OuvrC-e ricc- 
iuent d'une drap Antigonois Ot li ber en son brac (Druck: branc) a 1a guisc de 
Franceis; p. 309, 11: Et porte en son brac destre une inance saniic.  Blan- 
candin 1213:_L'escu blanc et 1a connissance. Par amor li dona  mance La pu- 
cele au cors gensor, Qui plus ert blance d'une flor; 1263: Apres lui va portant 
les lances U sont les heles connissances; 1785: Caperon ot et connissance Et en 
son destre brac 1a mance Que Pamie li ot donee.  Chast. de Couci 702: „Dame, 
s'il vous plaisoit, avoir Vouroie une mancc de vous. Ridec as las, large (lGSSOHS, 
Qu'en mon destre bras porteroie"; 1025: „Dame, v0 dous connnandement Voroie 
volontiers savoir, Si je doy celle mzxnche avoir". La damc dist, qu'elle est faite, 
Hors d'une aloiere Fa traite Que elle a sa gainture avoit. 
2) Lanceloet I, 37475: Ende gaf hem ene mouwe roet Ende hiet hare doe 
ende geboet, Dat si ten riddere weder kere Ende hi die mouwe dor har ere Dra- 
gen wille heden den dach; lll, 16675: Sine witte mouwe hi nam Ende vestetse 
an die eoyfie mede; IV, 868: Die op sinen helm draget di lnouwe; 1403: Ende 
op sinen helm ene rode mouwe, Die ic hen1 gaf. 
3) Flamenca gelobt beim Turnier dem, der den ersten Ritter aus dem Sattel 
hebt, ihren Aennel zu verehren. Flam. 7708: „F1a1nenca s'es (lese vanada, Que sa 
marga sera donada a cel que primiers jostara E cavallier derocara". Der Glück- 
liche ist Guillems de Nevers (77 92): „Guille1ns pren la marga corren Desplegil, 1a _ 
cortesamen, Dedins Pescut 1a fet pausar Et ab latons D'argen sesmar Ques hanc 
non paret per defor Mais sol un petit sobre Por Per tal o fes que 1a, pogues Vezer 
qual ora ques volgues.  De Th-ojaensche oorlog (Blommaert, oudvl. ged. I, 31) 2669: 
Op Troylus, einen viant, Staechi met enen spere te haut Ane die mouwe van Slglütßeng 
4) Percev. 13594: Par druerie li donna Sa manche d'un eher SigliLtOIl, Dont 
il a. fet  gonfanon; 13670: Et 1a manche porte en la lance Que li o1; (lonnä 1a
        

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