Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999570
Belohnung 
fahrenden Leute. 
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Leute, als für die grausame Sinnesart der vornehmen Herren, die nicht 
Bedenken tragen, einem armen Teufel selbst an ihrem Hoohzeitstage 
seinen Scherz in so roher Weise zu vergelten. 
Im Uebrigen aber wurden die Spielleute reich für ihre Leistungen 
belohnt 1). Die Spielleute Etzels, Swemmel und Werbel, verdienen 
bei Kriemhildens Hochzeit mehr als tausend Mark 2). Alle die fahren- 
den Leute, die sich zu einem Feste eingefunden hatten, bekamen Ge- 
schenke, Geld, Kleider und andere Werthsachen 3). Alle sollen zufrie- 
den der Festtage gedenken und die Freigebigkeit des Herrn und sei- 
ner Gäste loben 4). Aber wenn sie noch so viel erhalten, so sind sie 
neidisch, falls einer mehr davon trägt, und verwünschen dann das 
Fest und diejenigen, welche ihnen nicht genug gegeben habenß). 
Auch einer Bärenhetze") zuzuschauen, konnte schon recht amn- 
und Füssen befestigten Stricke, welche um die an beiden Enden des Balkens be- 
findlichen Rollen oder Schrauben liefen, in die Länge gedehnt." (Pauly, Realen- 
cyclop. VI, 2033.) Der gnädige Scherz des hohen Herrn liegt also darin, (liLSS er 
ihm in der That ein Pferd giebt, aber für den equus den equuleus. 
1) Es wurde sehr bemerkt als Kaiser Heinrich III. bei seiner 1044 zu lngel- 
heim gefeierten Hochzeit „in1inita1n histrionuni et joculatorum multitildinem sine 
cibo et muneribus vacuani et 111811911138111 abire laerinisit" (Ann. Wirzebnrg). 
2) Nib. Z. p. 209, ß. ' 
3) Karlnieinet 215, 54: Ouch wart gegeuen zo den zyden, Als ich vur wmr 
horte duden, Lodderen ind varenden luden.  Erec 217 T: Von golde drizic merke, 
Die gap man da vil nianegem man, Der vor nie gewan Eines halben phundes 
wert.  Gr. Wolfdr. 2095: On schande und one sorge ward rich manig flarnde 
man Me denn umb hundert mark, der vor einen Schilling nie gewan.  Titurel 
1683: Smeher gabe kleine hort man da die varnden wenie schreien.  Mai u. Beafl. 
p. 83: Swaz armer liute dar quam, Ze vlize er der war nani. Er sazte si selbe mit 
siner hant. Spise, pfenning unde gcvvant Hiez er in milteclichen geben. Dar umb 
gekroenet wart sin leben; p. 95, 8: Swer dä. gäbe gerte, Die man dä, heizet varnde 
diet, Schöne man die alle beriet.  Parton. 1743-1: D6 gap der keiser lobesam 
Den gernden miltecliehen solt. Pfert, kleider, silber unde golt Hiez er in allen 
teilen niite, Die nach hübscher liute site Den hof durch helfe suochten.  Florc 
7539: Spihnanne und varnder diet, Der dekeiner dannen schiet Äne gäbe und 
fme guot.  Meler. 3651: Den varnden liuten wart gegeben, Daz si mit freuden 
mohten leben. 
 4) lilneit p. 346, 27: Herzogen nnde graven Den spihnannen si gäven Grözlichen 
unde sö, Daz si dannen schieden frö Und lob dem kunege sangen, Ieslich nach 
siner Zungen. 
5) Erec 2169: Den gwis varndez volc hat, Swä man einem vil gib Unde dem 
andern niht, des hat er nit Und tluochet der höchzit. g 
6) Ren. de Mont. p. 152, 3: Et fait ces urs combatre et ses grans ors beter. 
 Aye d'Avign0n p. 83: Et csgardent le gieu des ours et des lions Et font ces 
fables dire et escouter chamcons.
        

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