Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999350
Tänze. 
425 
dem Vortänzer und machte, in zierlichen Tanzschritten vorschreitend 1), 
allerhand Schwenkungen und Bewegungen (s. v. d. Hagen, Bilder- 
saal T. XXII). Eine Art des Tanzes, die wir nicht näher kennen, 
ist der Covenanz 2), Ridewanz 3), Fulafranz 4); auch der "Ahsel" muss 
zu den Tänzen gezählt haben 5). Der „Hoppaldei" oder „Hopelrei 
ist ein wilder Bauerntanz Ü); da wurde gesprungen, dass den Dirnen 
die Röcke hoch flogen und sie mit den Köpfen zusammenstiessen7). 
Die Bauerntänze kennen wir im Ganzen viel besser als die höfischen 
Tanzvergnügungen; während die höüschen Dichter nur mit wenigen 
Worten des Tanzes gedenken, schildert Nithart und ausser ihm so 
mancher ritterlicher Sänger mit Vorliebe die Lustbarkeiten der Bauern, 
1) Troj. 28200: Ez wart nie schoener reige Gemachet von dekeiner schar. Si 
wunden sich dan und dar Und brachen sich her nnde hin. Man hörte lüten un- 
der in Tambüren, schellen, pfifen. Lis üf den füezen slifen Und dar nach balde 
springen (cf. Schenk Uolrich von Wintersteten [HMS. I, 147] IV, 46: Springent 
vroelich an den tanz; 47: Vrouwen, nu singent, Unt dringent Unt springent 
Hübsche trite) Wart da mit hubischen dingen An in beschouwet unde erkant. 
Man sach vil mange wize hant Ir vingei: da blenkieren. Die trite wandelieren 
Begunde man sus unde sö.  De dictis IV ancillarnm S. Elisab., Testim. Juttae: 
Item cum plures fierent circuitus in chorea, nno eoinpleto dixit puellis: Snfflcit 
mihi unus circuitns pro mundo, alios pro deo diinittam.  Nith. CXX, 6 (HMS. III, 
280): Zippel zehen, hupfen nach der gigen, Wandelieren hin und her, Des sint 
sie meister; CXXII, 5 (ib. 283): Zippelzehen, schoken dar, Strichen mit den ver- 
sen; CXXIV, 3 (ib. 287): Er wuri" dort hin Ein vnoz als im sin niht bestuende, 
Und zukt" in wider, Dein andern taet" er denne bald" alsam; CXXX, 2 (ib. 292): 
Unt Vridernn ir slukken vanen slifet.  Parz. 639, 21: Och mohte man da schon- 
wen Ie zwischen zwein frouwen Einen claren ritter gen: Man mohte freude an 
in versten. 
2) Nith. X, 3 (HMS. II, 108): Ge wir zuo dien kinden, die da sint gebeten 
Uf den covenanz; XI, 3 (ib. 109): Da suln wir den covenanz den vir tage inne han. 
3) Nith. CXXV, 9 (EMS. III, 289): Zehant do huohen si ein ridewanzen (vgl. 
Mhd. Wtb. II', 698). 
4) Nith. CXXXVIII, 3 (ib. 307): Gar weidenlich trat si den Fnlafranzen, Ir 
lngge spring stnont sinberlich ze tanzen. 
5) Goeli II, 1 (HMS. II, 79): W01 ltan ich des reigen wise Und ouch den 
ahsel roten lise Nach der gigen tanze ich vil geswinde; III, 3 (ib. 80): Hai: noura 
jon! den ahsel roten kan er W01 ze prise, Meisterlich den houbet Schoten: Singet 
W01 des reijen noten, Hoher sprünge ist ein anger wise. 
6) Nith. XVI, 2 (ib. II, 113): Sus machent um den giegen Ie zwei und zwei 
Ein hopel rei, Reht sam si wellen vliegen; XIII, 8 (ib. III, 198): Ze hant do wart 
der hoppeldei gesprungen. Si vuoren umbe sam die wilden bern; XLIV, 5 (ib. 
III, 223): D0 er sank den niuwen hoppaldei; LXXIL-ö (ib. 236): D0 traten si den 
hoppaldei.  
7) Tanh. IV, 29 (HMS. II, S7): Seht an ir beinel, Reit brnn ist ir meinel; 
XI, 3 (ib. 93); XI, 2 (ib. 93): La sitüli blekken Ein wenck dnr den willen min. 
 Goeli II, 6 (HMS. II, 79): Hohe sprunge, geile bakke knüsse. 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.