Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995292
Ringmauern. 
Zinnen. 
Machicoulis. 
19 
Kernwerk der ganzen Burg, wurden aus gewaltigen Steinmassen auf- 
gebaut. Nächstdem suchte man durch bedeutende Dicke den Mauern 
Festigkeit zu verleihen. Wo man nicht über ausreichendes Material 
verfügen konnte oder die zeitraubende Arbeit scheute, begnügte man 
sich, zwei F uttermauern aufzuführen und deren Zwischenraum mit der 
beim Ausschachten des Grabens gewonnenen Erde zu füllen i). Die 
Erde wurde dann fest gerammt und so eine dicke Mauer gewonnen, 
die auch vom Mauerbrecher weniger zu befürchten hatte, da das Erd- 
reich elastisch dem Stosse nachgab, aber auch den Stoss abschwächte. 
Was die Höhe der Mauern anbelangt, so sollte dieselbe so gross sein, 
dass kein Arinbrust- oder Bogenschuss hinüberreichen konnte 2). Oben 
waren die Mauern mit einer Plateform abgeschlossen, auf welcher die 
Vertheidiger sich bequem bewegen sollten; nach aussen hin wurden 
dieselben gegen feindliche Geschosse durch Zinnen geschützt, deren 
Zwischenräume ihnen als Schiessscharten dienten (Fig. 5). Die ge- 
wöhnlichen in glei- 
cher Fläche mit der ilii, WWHW, W , i! 
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Zinnen gestatteten   iiitliimß 
den Schützen nur 111iiim: , iii jfiiimilii 1i1iißl, 
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schrag ihre Geschosse M111 Iitä "m" iiii1ii' iiiiiiiliiiiiiiili ii; 
zu richten; am Fusse lmiiiiiw it-  
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der Mauer blieb ein nliimiii  
todter Winkel, und m? 5_ Zmnm 
wenn den der An- 
greifer erreicht hatte, konnte er ungefährdet die Mauer zerstören oder 
untergraben. Um diesen Uebelständen abzuhelfen, setzte man die Zinnen- 
mauer nicht unmittelbar auf die Plateform auf, sondern liess aus der 
Mauer Kragsteine, Consolen, hervortreten und erbaute erst auf deren 
Stütze die Zinne. So blieb zwischen der Mauer und der Brustwehr 
ein Zwischenraum; es konnten Oeffnungen ausgespart werden, die es 
nun Wieder gestatteten, unmittelbar an den Fuss der Mauer Steine 
und andere Geschosse zu schleudern, heissesWasser etc. herabzuschütten. 
Da die Mauern in ihrem unteren Theile meist leicht dossirt waren, 
so wurde dieser Zweck noch sicherer erreicht. Diese vorgekragten 
1) Aegidius Romanus, lib. III. p. III. cap. 20. 
2) Troj. 17350: Ein müre üz marmelsteme Die stat vil schöne alumbe zöch, 
Diu was sö gar umnäzen höch Getriben üf dur muotgelust, Daz über si kein arem- 
brust Geschiezen mohte noch kein boge.
        

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