Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999246
414 
'l'rictrac. 
Das Trictrac heisst damals Wurfzabel 1) oder BufQ). Es wird mit 
drei Würfeln gespielt (s. Fig. 92, nach Strutt, Sports and pastinies); man 
gewinnt Ringe oder, wenn man mit Damen spielt, irgend eine Ver- 
rrünstivunwii, doch scheint man auch Geld und Gut dabei verloren 
E) U D 
zu haben, und darum wird in der 
  p" Sittenlehre des Cato auch vor die- 
2 ß  
{w Y sem Spiele gewarnt. Nach der Sage 
 Sh hatte ein Ritter Alco bei der Be- 
q lagerunv von Trola da Trictracs Jl l 
. f"; c o J S l e 
L, o  M erfunden 4). Die im Wigalois er- 
x { y ÜÄÖQEV ä wähnten '„Kurrier" 5) bezeichnen 
? n 88 Ä A wohl die m das Trictrac-Slaielbrett 
37' "y  eingelegten Figuren; die zum Spiele 
benutzten Steine können sie nicht 
Figßl Tüchacspieler" Wohl bedeuten, da diese aus Edel- 
 steinen, wie der Dichter ausdrück- 
lich hervorhebt, das Brett und die Kurriere dagegen aus Elfenbein- 
gearbeitet waren. Ein kostbares Brettspiel, auch zum Trictrac einge- 
richtet, das noch aus dem dreizehnten Jahrhundert herrührt, wurde im 
Jahre 1852 in der Mensa des Valentin-Altares der Stiftskirche zu 
Aschaffenburg aufgefunden. Es War zum Reliquienbehälter ver- 
wendet Worden. Aus dem Katalog der Münchener Ausstellung von 
1876 entnehme ich folgende Beschreibung (N0. 2453): "Die nicht 
verzierten Felder bestehen aus Stücken von geädertem rothem orien- 
talischem Jaspis, welche bloss auf der Oberfläche geschliffen, an den 
1) De Trojaensche oorlog 897 (Blonmiaefu, oudvl. Ged. I, p. 11): Selc ginc 
te worptafel, selc ten scake.  Wa1evv.29(34: Menighen ruddei- sachi daer voren, 
Die alle speelden, weet dat wel, Scaee of werftafelspel.  Lanc. III, 25455: Di 
speelden mengertiren spe], Scaecs, wortztflen, (Iansen, reien.  Wie die Holsteiner 
Reilnchronik erzählt, spielt Erich III. Plogpenning 1250 nach Tische mit einem 
Ritter "in dem Worptafel spele", als er geümgen und ermordet wird.  Ferguut 
17: Na etene worpen si ten spele Scaec ende Worptarlen in die sele.  
2) Schuolmeister von Ezzelingen V, 1 (HMS. II, 138): Daz erste spil ist bui 
genant. 
3) Troj. 15888: Wer üf ein bret dri Würfel schiuz; 15897: D5, spilte mit der 
künigin Eintweder umbe vingerlin Od umbe senfte biuze. 
4) Renner 11401: Wurfzabel ich daz spil auch nenne, Daz vant ein ritter, 
hiez Alco, Vor Üfroye, des ist vil manger unfro Worden und Wirt leider noch, 
Dem spil aufbindet des kumers joch. 
5) Wigal. p. 269, 37: Dä. lägen vor den frouwen Her Wurfmbel unde kurricr 
Geworht von helfenbeine. Mit edelenl gesteine Spilten si: mit holze niht.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.