Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-995285
Gräben. 
Ringunauenm 
das nicht gelang, war von einer ernsten Gefahr für eine gut ver- 
proviantirte Burg nicht die Rede. Deshalb mauert man auch gern 
die Grabenböschung ab  damit das Zuschütten etwas erschwert wird; 
zudem war dann der Wassergraben weniger leicht zu erreichen und 
schwimmend zu überschreiten. Wenn es irgend möglich ist, wird der 
Graben mit Wasser gefüllt, selbst wenn man weit her eine Leitung 
anlegen muss 2). Die Zahl der Gräben richtet sich nach der der 
Ringmauern 3). 
Diese Ringmauern 4) erhoben sich unmittelbar hinter dem Graben. 
Je nach der Oertlichkeit waren bald mehr bald weniger Mauern er- 
forderlich 5); so hat die Wartburg gar keine eigentliche Mauer, die 
Burg Rosenstein in Böhmen deren fünf 6). Die fortiiicatorischen Rück- 
sichten waren da allein entscheidend. Diese Ringmauern werden auch 
mit dem Namen Zingeln (cingula) bezeichnet 7). Von ihrer Festigkeit 
hing die Sicherheit der Burg ganz besonders ab; man gründete sie 
daher, damit man das gefährliche Unterminiren nicht zu befürchten 
brauchte, am liebsten auf den gewachsenen Fels, fügte den Mauer- 
verband sorgfältig aus grossen Werkstücken und verband dieselben 
mit eisernen Klammern; die Fugen wurden mit Mörtel verstrichen, 
mit Blei vergossen S). 
 J e grösser die verwendeten Steinblöcke waren, desto eher konnte 
man darauf rechnen, dass sie den immerhin primitiven und nicht zu 
wirksamen Kriegsmaschinen, den Mauerbrechern, Widerstand leisten 
konnten. Besonders die Thürme, und zumal der Hauptthurm, das 
1) Cröne 12954: Dar umbe gie ein tiefer grabe, Von oben in daz tal herabe 
Von Steinen geinüret. 
2) Wigal. p. 273, 29: Vil tief ein grabe dar uinbe gie, Dä durch ein lüter 
Wazzer flöz: Daz was ze guoter mäze gröz Geleit durch ein gebirge dar. 
3) En. p, 320, 16: Swaz in der inren inüren was Und dem üzerem graben 
Daz brander allez abe.  Cröne 6823: Ein hüs höch üf erhaben, Dä, wären zwän 
tiefe graben A1 umbe üf geworfen. 
4) Troj. 48058: Die rinemüre, diu die staut beslöz, Slihteds unde brächen nider. 
Vgl. 47731. 48063.  Barlaam und Josaphat p. 308, 37: Beidiu rincmür unde 
graben. 
5) Alexanderl. 788: Dri wären der müre. 
6) Wocel, Grundzüge der böhmischen Alterthumskunde. Prag 1845. 
7) Parz. 376, 10: Vor tages wart von in bereit Zwelf zingel wite Vergrabet 
gein dem strite; 378, 28: Ir zingel was dä vor behuot Mit mangem werden fitter 
guot.  Cf. Willeh. 94, 20; 97, 9. 
8) Alexanderl. 782: Dä wärn die müre harte Von quäderstein geworht; Mit 
isernen Spangen Was a1 daz werch befangen Unde darzuo niorter und bli.
        

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