Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999153
Gäste. 
Allerlei 
Pilger. 
405 
Zeit mit einander, nehmen darauf Abschied und gehen zur Ruhe. Am 
nächsten Morgen bricht Durniars früh auf, ohne seine Wirthe wieder- 
zusehen, und bittet Gott, ihnen ihre Güte zu vergelten. 
Aber nicht allein Ritter mit ihren Damen beanspruchten die Gast- 
freundschaft eines Schlossherren; alle Reisenden, die ihr Weg an der 
Burg vorüberführte, sprachen dort vor, baten 11111 Nachtquartier, um 
eine Mahlzeit, und schwerlich ist einer abgewiesen worden. Eine Un- 
gastlichkeit wie die des Klosters von Tegernsee, die Walther von der 
Vogelweide in den folgenden Versen brandmarkt 1), ist doch wohl nur 
selten gewesen. "Man seite mir von Tegernse, Wie WOI daz hüs mit 
eren ste. Dar kerte ich mer dann eine mile von der straze. Ich bin 
ein wnnderlicher man, Daz ich mich selben niht enkan Verstan und 
mich so vil an fremede liute laze. Ich schilte s' niht, Wan got genade 
uns beiden. Ich nam da wazzer: Also nazzer Muoste ich von des mü- 
neches tische scheiden." 
Die Wallfahrer und Pilger kehrten oft in den Schlössern ein und 
fanden freundliche Aufnahme. Die Pilger trugen graue Büsserröczke 
(slavenie, afr. esclavine, s. S. 228) 2), starke rindslederne Schuhe und 
Gamaschen, einen breitkrämpigen Hut, einen tüchtigen Stock (afr. 
bordon), eine Tasche und eine lederne Feldflasche. Die letzteren 
waren Wahrscheinlich an einem Riemen oder Bandelier über den Hals 
und 
die 
Schulter 
gehängt 3). 
Kamen 
die 
Walllfahrer 
V O 111 
heiligen 
1) ed. Lachm. p. 104, 23. 
2) Karlmeinet p. 135, 9: Dry_pa1teners slavenien Haent sy do dnl an ge- 
daen.  Gaydon p. 294: Une esclavinne, qui fu noire et velu Vest en son des 
sans nulle arresteue.   Prent -j- chapel de graut roe tortue Et - bordon dont 
1a pointe iert aigue, Descharpe au 001 qui bien estoit couzue. 
3) Karhneinet p. 135, 16: Oueh nam Karlle der konynck Eyns paltenars hoit 
Op syn houet zo den zydelm. So we is Dauid nlochte erlyden, Hey nloeste dragen 
de male. Nu wysset snnder logen zale, Dat Dauid in der molen droch Goldes ind 
siluers genoch. Der scheneke droch ouch eynen sack. Karls last ind syn gepack 
Dat was eyn fiesche lederin, Dar ynne droch hey guden wyn, By Stunden, als id 
so quam; p. 139, 64: Den ruwen pilgerinus hoit Zoch der konynck walgemoit Vastle 
vur de ougen; p. 142, 34: Der hoit was breit von ruwen haren, den hey up dem 
hoeffde droieh. Hey was gestalt in dat gevoich Als eyn paltener von arde; p. 146, 
64: Ouch worden beyde de iunffrowen Gecleydet harde schere Alse pylgerynnere; 
p. 147, 1: Galra moeste ir schoenes haer Stoppen; vur ir ougen clar Zoch sy eynerl 
breyden huet. Ouch moesten de iunffrawen guct Z0 den zyden ane doen Van ryn- 
deren zwene vaste schoen; p. 259, 30: Ouch dede hey an dar na Eynen alden 
kotz gra; 35: Zwo zorissen hosen Dede hey ouch ane; 44: Ouch so hait hey ge- 
soett Des armen mannes bedelhuett. Der palmen mit dem staue E11 woulde hey 
neit Wesen ane. Hey en nome sy beydc in de haut. De schirpe hey ouch da ane
        

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