Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999093
399 
Auf Saumthiere wurden Kisten und Kasten, Säcke mit Kleidern 
aufgeladen 1), das Geld und die Kostbarkeiten entweder in den Gürtel- 
taschen 2) oder in Felleisen geborgen 3), das auf der Reise nöthige Küchen- 
geräth nicht vergessen 4). Grössere Summen scheute man sich, eben 
jener Unsicherheit wegen, auf die Reise mitzunehmen. Mit Credit- 
briefen versehen, konnte man sich in allen grösseren Städten leicht 
Geld verschaHen 5). Der Tross zog voraus (Fig. 91), ebenso die Köche 
und Knappen, dann folgten die Herrschdften mit ihren Rittern und 
Damen. Gewöhnlich ritten sie zu zweien, immer eine Dame und ein 
Ritter neben einander; der Ritter hatte während der Reise die Pflicht, 
seine Dame nicht nur zu unterhalten, sondern ihr auch alle Cavaliers- 
dienste zu erweisen"). Mangelte es an Pferden, dann nahm er seine 
1) Nil). Z. p. 1118. 2: Vil der leitschrine man Schiebe zuo den wegen.  
Apoll. 434: Darouf lagen Sounischrin, Wätsecke und velisen; 4033: Ein 
Wätszic und zwen Soumschrin Wärn ouf die SOIIIHOT gesetzt. Ein getwerc ouf ieg- 
lichein Stzrtzt; 4161: Wätsecke nnde ir Sounischrin; 13738: Die trnogen alle sonni- 
schrin Und grözei: Sonml n. den.  Ciaiydon p. 28: Coffres et nmles sor leS Sonnniers 
trorser. 
2) Cröne 177 05: Mzmeger bigürtiel grözen Habent Sie noch verborgen.  Otto- 
kar DCCXVII: Mit peygnrteln Swiirn Und mit hitlliirn Mit Silber und mit golt. 
3) Nib. Z. p. 122, 3: Üz den leit-schrinen vilinanec edel Stein Erlüht in guoter 
waete.  Cröne 17696: 11' malhe die sint starke vol; OIIClIISllIO ich an ir balgen 
wo], Dez Sie vol Schatzes sint, Und inöhte ditze Sehen ein kint, Dez ez niht ist 
Snrwfrt, WELD ez deheinen klanc halt, Als ez doch haben solde.  Titurel 5973: 
Gesilbert niht Sin mztlhen.  Ortnit 509: Vier swsere bulgen er ini dö für trnoc. 
Dir lac inne goldeS und edeler Steine gennoc, Dö sach er vor im ligen fürspan 
und vingerlin.  Helbl. XIV, 51: Wir vüeren mit den Walhen Liderine nmlhen. 
4) Gaydon p. 30: CofFreS et nmleS; trorse Sont li Sonnnier; AinS n'i reinest 
chaudiere ne trepier, Pot ne pzriele, eoute ne oroillier. 
5) Uempereur Constant (nonvelles iraneoises p. 24): La bielle pucielle, Elle 
PEnipereur vint ä ses chofres et on trait une des escrohes Saielöes ke SeS pereS li 
avoit laisies si comne pour enprnnter (lenierS, sie el.le le vosist faire. 
6) Parz. 668, 30: Gäwän der valsclies vrie Von hiis Sich rottiertc: Sine reise 
er alsuS zierte, De. von möhte i'u wunder Szrgn. Manec souiiiaer inuose tmgn 
Kuppeln unde kaniergewant. Manec Sonni niit her-nasche erkant Giengen 011011 
der unden. Helm oben drüf gizbunden Bi nianegein Schilde wol getäm. Manec 
Schoene kastelän Man bi den Souinen ziehen Sech. Ritr und frouwen hinden nirch 
Riten an ein ander vaste. Dez gezoc wol eine raste An der lenge was gemezzen. 
Done wart dä niht vergezzen, Gäwän ein riter wol gevar Immer schuof zeiner 
frouwen elär. Daz wären. kranke Sinne, Op die Sprüchen niht von niinne.  
Wigal. p. 226, 35: Die köche riten für enwec, Der fronwen garzün, Schandalec, 
Der bei: Sich näch in üz erhaben. Sin gesellen und die knaben, Der man zer ku- 
chen ouch bedarf, Die truogen kröul, die wären scharf. Den treip man die Soume 
näch, Die knappen man dö ziehen SELClI, Diu ors der näch in einer Schar. Den 
volget daz gesinde gar. Dar nfrch die stolzen frouwen riten. Die fuorten kappen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.