Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-999046
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reitungm 
allein oder nur in Begleitung eines einzigen Gefährten die Reise 
antrat, bedurfte es nicht vieler Vorbereitungen. Ein Wenig Proviant, 
etwas kaltes Fleisch und eine Flasche Wein wurde auf den Sattel 
gepackt l), oder dem begleitenden Knappen ein wohlgefüllter Schnapp- 
sack mitgegeben 2), im Uebrigen verliess man sich darauf, (lass 
man unterwegs, sei es bei Förstern oder Eremiten, etwas zu essen 
immer finden konnte, dass die Bauern froh waren, den Vorüber- 
reitenden Speise und Trank, sowie Futter für die Pferde zu verkaufen 3), 
und dass in den Städten Gasthäuser bereit waren 4), in denen man 
ganz leidlich Unterhalt und Unterkunft fand. Auch Brunnen konnte 
man unterwegs wohl zu iinden hoffen, und an manchem derselben war 
auch eine Trinkschale für den durstigen Wanderer bereit. Da man 
übrigens der Ehrlichkeit der Reisenden doch nicht so unbedingt 
traute, so kettete man die Trinkgefässe an 5). Ueberdies war es dein 
Reisenden gestattet, für den Bedarf seines Rosses so viel Futter 
unentgeltlich zu nehmen, als er, am Wegesrande stehend, mit den 
Armen umfassen kann. Im Walde und auf der Wiese darf jeder sein 
1) Virginnl p. 252, 1: Spisc reine, guotei- win, Ein vlesehe und ein 1ege1l111, 
Wart hinter in gebunden.  Ortnit 563: D6 filorte er am den] satele sin spise 
und einen win.  Wolfdietr. A 442: An dem satele hamget wines zwei pure] Und 
ouch von jegerspisc anderhzrlp ein bulge vol.  Wigal. p. 117, 5: Ez was cin 
tusche pfellin, Ein bröt daz was geleit dar in, Geworht mit grözer nieisterschaft. 
Von wurzen höt ez solhe kraft, Dez in lie diu hungers nöt, Als erz engegen dem 
nnmde böt. 
2) Graue 757: Cmne hette an siner 11121111 Laken ind von golde sclmln (auf 
die Jagd mitgenonnnen); 789: Dö zöcher im sinrc 11121111 zohzunt Swaz her dä gütcs 
inne fant, Schuldern, hönre ind briuden. Sin legelne wol bereden Wämn mit spise 
ind der genöch.  Laune. 1, 45718: Ende Gzrriöt brachte ut ere male Ene dwale 
cleine ende wit, Die vor golde liede wel sit, Die wel werdech sijn der eren, Ende 
spreidese vor ehe heren. Hi traue vort uter male Meer dem -vij- bi getale Crede- 
micken wit alse een snee.  DHYDIELYS 1781: (Le nain) Une graut Inale zwoit tros- 
see; 10485: Je vos donrai u. graut foison Et 1321111 et vin et venison; 10491: Je 
faiz porter et pzwin et vin Et blanche tuaille de lin Et 1111 niolt bel henap därrgent 
Et esquieles ensement Que je fais metre en .j- male Qui n'est niie a, trosser trop 
male; Cant derrier 1110i 1:1 fait trosser, Ce ne puet 111011 cheval grever. 
3) Creme 2545: Sie voren a1 mit vroweden hin. Dez was der armen gewin, 
Dzuz se der üf gedähten, Dez se in engegen blühten Spise, vöder inde win: Daz 
galt im zullet Assundin, Der von im öre was bekant. 
4) Garin II, p. 99: E11 111 mverne tot muintenant s'c11 vint. lluec trouva Me- 
nuel Galoiain Lez le tonnel; en sa mein trois des tint Et troie pubauins, tel estoit, 
les delis. 
5) Richzurs li biaus 937: Dessour 1a, font-aiinne ot  marbre Et 1mm deseure 01', 
-j- biel zu-bre Et a. chel arbre ot atachies -J- bachines d'or entaillies A nne si 
bielle caainne Qrfelle vzmt dkurgent inine plainne.
        

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