Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998929
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Bahren. 
bequem; und dass sie nicht gar umwarfen und die Reisenden verletzt 
wurden, davor war man erst recht nicht sicher 1). Zu einer längeren 
Reise nahm man auch gehörigen Proviant mit, da man schwerlich 
darauf hoffen (lurfte, vor Erreichung der Stadt oder der nächsten Burg 
etwas zu essen zu finden 2). Der Kutscher sass nicht auf dem Wagen 
selbst, sondern ritt, wie dies die Miniaturen zeigen, auf dem Saittel- 
pferde. Gewöhnlich spannte man, um die Reise zu beschleunigen, 
mehrere Pferde vor den Wangen, doch kennt man auch Einslqiinner 
(einzwagen, enzwagen, öwenzwagen) 3). 
Das Gepäck wurde in Kan'en4) oder Packwagen 5) nachgefahren. 
Im Winter benutzte man, wenn Schnee lag, auch Schlitten"), die eden- 
falls viel mehr Bequemlichkeit boten als die Reisewagen. 
Wenig besser mag die Beförderung mit einer Rossbahre 7) gewesen 
sein, die man gewöhnlich nur zum Transporte von Verwundeten oder 
von Todten gebrauchte S). Es gleicht diese Bahre im Allgemeinen 
dem schon oben beschriebenen Wagen, nur dass sie nicht auf Rädern 
ruht, sondern auf zwei langen Stangen, welche vor und hinter der 
Bahre soweit hcrvorragen, dass sowohl vor als hinter derselben je 
1) Chast. de Oouci 2780: (die Dame de Hangwst klagt) (Älnar quant ines clrars 
fu hier Verses Ma chamberiere y fu blecie. 
2) Gui de Bourg. p. 9: Chascuns a. fait  char girone; tailleis.   Et si i 
niet vitaille a -x- ans accomplis. 
3) Willeh. 275, 16: Sö müese ein swacher öwenzwagen Drunder sere krachen. 
4) Willeh. 209, 2: Hie die karrüne, dort der wagen, Der hört man vil da 
krachen; 315, 29: Eintwedcr karre odr ein wagn Nach dem her die Stddlgen muose 
tragn. 
5) HvF. Trist. 4366: Vil wol geladener kamer Wagen Begunden dar nach 
schone gan.  Nib. Z. p. 15, 2: Hundert kanzwegene ez inöhten niht getrag-en. 
6) Reinfr. 8001: Slitten, sounrer, karrren guot.  Konr. v. Heiniesfurt, Mariae 
Himmelfahrt 949: Si enhäten weder ros noch wagen Noch sliten der si solte tra- 
gen.  H. Georg 3262: Ab eyn sliede in dem winder. 
7) Rom. de Berte p. 133: Blanchefleur (eine alte Dame) 1a. royne ont cn litiere 
mis Entre deus palefrois qui erent de graut pris.  Der kranke Uterpandragon 
lässt sich in die Schlacht tragen, Rom. de Brut 9119: Porter s'il. fait si 00m ein 
biere Ä chevax, en une litiere. 
8) Nib. Z. p. 36, 5: (Man bringt der Verchwunden) W01 ahzec rossebmre 
in Burgonden lant.  Eree 6309: (für den verwundeten Erec) Die knehte hiez er 
howen da, Alle die dä. wirren, Eine rosbärren.  Lanc. I, 331: In ene wel bereide 
orsbare; I, 339: Ende die orsbare was bedect Mit (lieren samite ende berect. 
Ende daer boven geleit cruedt ende gras, Dattoe versah ende groene was; I, 
25887: Daer hi enen ridder comen vernani, Die in ene leitiere lach.  Cliev. as 
-ij- espees 1902: Une litiere menoient, Couuerte d'un vermeil samit. S'erent doi 
palefroi laetit Atele devant et deriers. Dedans gisoit uns ehevaliers, Ki navres ert 
d'un tronc de lance.  Guil. Brite, Philipp XIl (Duchesne V, 243): At Ferrannlus 
equis evectus forte duobus Leetica. duplici themone vehentibils ipsum.
        

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