Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das höfische Leben zur Zeit der Minnesinger
Person:
Schultz, Alwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-994665
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-998918
R eis-on. 
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Wagw 
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waren, gepflastert  4 daher der Name Chaussee (calcizmtai)  die 
Nebenstrassen werden wohl kaum unseren Feldwegen gleich gewesen 
sein, im Sommer staubig, nach anhaltendem Regen fast unmöglich zu 
benützen 1). Und von den Wagen wissen wir, dass erst im dreizehnten 
Jahrhundert im Elsass aus Schwaben die Sitte eingeführt wurde, sie 
mit Eisen zu lüeschlagenil). Von Iiledern war natürlich gar nicht die 
ltede; auch die Kunst, die Sitze in Lederriemen aufzuhängen, scheint 
erst im sechszehnten Jahrhundert erfunden zu sein (Viollet-Le-Duc, 
Dict. du Ilwbilier I, G2); wir müssen uns ein solches Gefährt etwa wie 
unsre heutigen Leiterwagen vorstellen. Erhalten ist aus dem 16. Jahr- 
hundert ein solcher Wagen aus Taumenholz, der in Constanz bewahrt 
wird und den Viollet-Le-Duc (Dict. du mob. l, 61) abbildet. Sonst 
geben uns nur Miniaturen des 15. Jahrhunderts, deren mehrere Viollet- 
Le-Duc in Abbildungen mittheilt, eine Vorstellung von der Einrichtung 
dieser Wagen. Sie sind mit Reifen überspannt, und an diese Reifen 
wurden Decken zingeknöpft, so dass im allgemeinen solche Fuhrwerke 
unseren Planwagen entsprachen i). Mochten die Decken auch aus 
golddurchwirkten Seidenstofen bestehen, mochte das Wagengestell 
noch so schön bemalt sein (und wir sahen auf der Münchener 
Kunstgewerl)e-Ausstellung 1876 einen prächtig bemalten und vergol- 
deten Wagen aus dem 1G. Jahrhundert, dessen Reifen noch wohl er- 
halten waren), trotzdem waren dieselben doch ganz unglaublich un- 
1) E0111. de Brut 2657: Bons pons iist iirire (Bölin), chenuins haus De piere. 
de szrblon, de cmis. Prinies {ist farire une caucie.  Leroux de Lincy eitixt in einer 
Anmerkung zu diesen Versen noch eine Stelle des Galfridrls Monmutcxisis: „ius- 
sitque vizun ex cemento et lapidibus fabricari". 
2) Percev. 41477: 'l'ant ont cevzrucie et erre Jhrrnii le graut ceinin ferre Qrfil 
pries erf. de nonne hasse. Et lors une ourdiere passe Por In male voie eskiver 
Ki en estü et en yver Estoit ilnec et hride et male. 
3) De rebus Alsaticis ineuntis szreculi XTTIÄ: Bige pauce fuerunt, et curribus 
eine ferro Alsat-ici fruebantnr. Currns vero femnti sive ferro muniti de Sueviar 
postezr in Alsatiann laervenernnt. 
4) Ottokzu" DCLXXXVII: Auf die wägen must man machen Solhew knobhurhen 
Von seydem und von gold.  Virginal 659, 1: Die wagen wurden schiere gestrrlt, 
Mit reiner sid, diu was niht alt, Wurdens vordecket schöne: Der üf wol vunfzec 
megetin. Man trnoc dar laden unde schrin; S00, 1: Die wagen wurden schiere 
bereit, Mit reinen siden W01 bekleit: Mit beldekin bedecket Wurden si dö überzrl. 
 Gr. Wolfdietr. 2077: D0 hies die sehoene Amie bereiten einen wagen, Mit si- 
den wol bedecket, mit golde wol besiegen. Obenan in den knüpfen lag mzmig 
edel Stein, Der üz dem Wegen golde gar herliche Schein.  Gui de Bourg. p. 10; 
Ses chars {ist arfaiter et bien encortiner.  (inufrey p. 142: On fet enfrer 1a, dame 
en -j- car paint ü. üour.
        

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